Papyri und Odysseen

Am 12. Mai 2020 hätte ein weiterer Abend der Vortragsreihe zu einzelnen Papyri und Ostraka aus der Universitätsbibliothek Leipzig „Arbeit bezahlt. Sklavinnen frei! Gott verleugnet?“ stattfinden sollen. Wie alle UB-Veranstaltungen im Mai wurde er vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie abgesagt.

Tom Seyferth
(Foto: Lydia Rech)

Der Referent Tom Seyferth, der im Wintersemester 2019 ein Praktikum an der Papyrus- und Ostrakasammlung absolvierte und nun kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiums der Klassischen Philologie, Philosophie und Kulturwissenschaften steht, hat den folgenden Blogbeitrag verfasst und macht schon jetzt neugierig auf den Nachholtermin, den es für seinen Vortrag mit Sicherheit geben wird. Seine Bereitschaft dazu hat Tom Seyferth schon erklärt; danke dafür!

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Ein ganz schön munterer Schlaf

Als am 18. März 2020 die Bibliotheca Albertina für die Nutzerinnen und Nutzer pandemiebedingt ihre Pforten schloss, wirkte das Haus für alle, die an ihr vorbeiliefen oder -radelten, verlassen wie im Winterschlaf… und das beim schönsten Frühlingswetter, das man sich wünschen kann.

Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Homeoffice und arbeiten unter Hochdruck, um den nun so dringend benötigten Zugang zu E-Medien sicher zu stellen und zu erweitern, zu informieren, Fragen zügig zu beantworten und dringende Probleme online zu lösen.

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„Tanzt! Tanzt! Sonst sind wir verloren!“

Der Tanz gehört zu den ältesten Künsten der Menschheit und ist, insbesondere wenn man an den modernen Tanz und sein Quellenmaterial denkt, noch erstaunlich wenig wissenschaftlich erschlossen. Aus diesem Grund baten wir den Leiter der Sondersammlungen, Prof. Thomas Fuchs, vom legendären Tanzarchiv zu berichten, das in der Universitätsbibliothek aufbewahrt wird und nun teilweise erschlossen ist.

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Sieben Fragen an… Ute Feller

…unsere langjährige Kollegin, die die Arbeiten in der Restaurierungswerkstatt beinahe dreißig Jahre wesentlich geprägt hat und sich nun, zu unser aller Erstaunen, auf ihren wohlverdienten Ruhestand freuen kann. (Hinweis: Dieses Gespräch entstand im Februar 2020.)

1. Liebe Frau Feller, Sie sind schon lange bei uns an der UB, wie lange eigentlich genau und was haben Sie vorher gemacht?

Ich habe den Beruf des Handbuchbinders von der Pike auf in der Restaurierungswerkstatt der Deutschen Bücherei gelernt, wo ich bis 1989 gearbeitet habe. Nach meiner Ausbildung studierte ich vier Jahre im Fernstudium an der Fachschule für Restaurierung am Museum für Deutsche Geschichte in Berlin. Seit dem 1. April 1989 bin ich in der Restaurierungswerkstatt der Universitätsbibliothek Leipzig tätig. Aus diesem „Aprilscherz“ wurden schließlich 31 Arbeitsjahre, in denen ich viele Kolleg*innen und auch Vorgesetzte habe kommen und gehen sehen.

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#ClosedButOpen: Einblicke in die Ausstellung „Von der Schönheit und den Leiden der Pferde“

Eigentlich würden wir im Moment in der Bibliotheca Albertina und in der Galerie im Neuen Augusteum die große Doppelausstellung „Von der Schönheit und den Leiden der Pferde“ zeigen. In der Albertina würden die Blicke über die historischen Pferdebücher gleiten, manchmal würde das leise Klappern von Hufen zu hören sein und in der Galerie würde ein Pferdeskelett grüßen, knapp drei Meter lang und zwei Meter hoch, das auf Instagram noch vor der Eröffnung auf den Namen „Pferdinand“ getauft worden war.
Die Eröffnung konnten wir am 4. März noch mit 200 Gästen feiern. Auf die restlichen Besucher*innen, die Pferdespezialist*innen, Pferdeliebhaber*innen und anderen Neugierigen muss die Ausstellung nun etwas länger warten. Weiterlesen →

Wenn Bücher reden könnten… (Folge 2)

Am 8. April ist der „Tag der Provenienzforschung“. Obwohl die deutschlandweit geplanten Führungen, Vorträge und Lesungen aufgrund der Corona-Pandemie vernünftigerweise zum Schutz von Veranstalter*innen und Besucher*innen abgesagt wurden, wollen wir den „Tag der Provenienzforschung“ nutzen, um in diesem Blogbeitrag erneut die Erwerbungsgeschichte eines Buches und seiner Vorbesitzer zu erzählen.

Es ist eine Geschichte von Menschen mit Freude an Natur, dem Traum von Gerechtigkeit und Zusammenhalt, aber auch von Verbot, von Beschlagnahmung und den damit verbundenen Schicksalen in der Zeit des Nationalsozialismus.

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Fragmente schreiben Literaturgeschichte

Neue Textfunde zur deutschsprachigen geistlichen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts

Ein Beitrag von Werner Hoffmann, Matthias Eifler und Katrin Sturm

1. Wieder entdeckt und freigelegt

Jahrhundertelang überdauerten zwei Pergamentblätter unbeachtet als Einbandbezüge in den Magazinen der Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars in Wittenberg, die jetzt Teil der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek ist. Erst bei einer Bestandssichtung im Frühsommer 2019 entdeckte der stellvertretende Bibliotheksleiter, Pfarrer Matthias Piontek, dass sie nicht nur sehr altes, sondern darüber hinaus auch noch volkssprachiges Textmaterial enthalten.

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Sieben Fragen an… Linda Franz und Steffen Scholz

…Studentische Hilfskräfte der Bibliotheca Albertina.

1. Wie wird man/frau eine SHK? Was genau sind Ihre Aufgaben?

Linda: Die Frage, wie man in der Bibliotheca Albertina arbeiten kann, habe ich mir anfangs auch gestellt und wie sich herausgestellt hat, war die Antwort einfach: eine E-Mail mit einer Anfrage schicken – allerdings mit der Einschränkung, dass man mindestens im 3. Fachsemester sein muss. Zurzeit gibt es so viele am Job Interessierte, dass schon eine Warteliste existiert.

Das Gebäude der Albertina kennen wir wie unsere Westentasche

Die Aufgaben einer „Studentischen Hilfskraft“ – dafür steht das Kürzel SHK übrigens –, bestehen hauptsächlich aus dem Einsammeln und Einsortieren von Büchern, die in der Bibliothek von den Studierenden genutzt wurden. Manchmal, wenn es sich anbietet, machen wir auch Stellrevision oder wischen die Regale und Stühle ab. Ebenfalls stehen wir für Fragen der Nutzer*innen zur Verfügung, die bei der Navigation durch das Gebäude häufig aufkommen. Denn es ist ein netter Nebeneffekt, der sich bei uns SHKs einstellt, dass wir das Gebäude der Albertina inzwischen wie unsere Westentasche kennen.

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Ein Forum für Leipziger Promovierende

Interview mit einem Open-Access-Herausgeber

Die Universität Leipzig erweitert ihren Open-Access-Publikationsservice und unterstützt Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen dabei, neue Open-Access-Zeitschriften zu gründen oder renommierte Schriftenreihen und Zeitschriften künftig Open Access erscheinen zu lassen.

Das Open Science Office der Universitätsbibliothek Leipzig sprach mit Dr. Thomas Schmid vom Institut für Informatik, Mitherausgeber der Pilotzeitschrift arbeitstitel. Forum für Leipziger Promovierende.

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Unbekannten Handschriftenbeständen in Ostdeutschland auf der Spur

Aktivitäten des Leipziger Handschriftenzentrums zur Erschließung und Digitalisierung von Streuüberlieferung 

Ein Beitrag von Dr. Matthias Eifler und Dr. Werner Hoffmann

Fortsetzung eines Erschließungsprojektes am Leipziger Handschriftenzentrum

Seit den frühen 2000er Jahren engagiert sich das Handschriftenzentrum der UB Leipzig, eine von sechs Service- und Kompetenzeinrichtungen für die Erschließung und Digitalisierung von Handschriftenbeständen in Deutschland, in der Aufarbeitung von kleinen und kleinsten Handschriftensammlungen. Ein bis 2015 durchgeführtes, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Pilotprojekt hat gezeigt, welchen reichen Fundus für Neuentdeckungen die Erschließung unbekannter Streuüberlieferung in städtischen und kirchlichen Archiven, Kloster- und Stiftsbibliotheken, Schulbibliotheken sowie Museen bietet.

Seit 2016 werden in einem Fortsetzungsprojekt 245 Handschriften und Fragmente aus elf Institutionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern bearbeitet. Nach der positiven Begutachtung der ersten Arbeitsphase durch die DFG kann das Projekt nun seit Frühsommer 2019 für drei weitere Jahre fortgesetzt werden. Dies bietet Anlass, einige Ergebnisse und Funde aus der ersten Projektphase vorzustellen.

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