Jetzt zu sehen: die ältesten Bücher Leipzigs!

Wie die Anfänge der Buchstadt Leipzig aussahen, kann man seit dem 20. Mai im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig sehen. Die UB Leipzig hat für die Ausstellung „1015. Leipzig von Anfang an“ die ältesten erhaltenen Bücher Leipzigs zur Verfügung gestellt: kostbare mittelalterliche Handschriften, die aus den Bibliotheken der Leipziger Stadtklöster stammen und bis in das 11./12. Jahrhundert zurückreichen.

Ein kleiner Vorgeschmack auf eine Auswahl der ausgestellten Handschriften:

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Gregor der Große, Regula pastoralis
Handschrift auf Pergament, 3. Viertel 12. Jh.
Leipzig, UB, Ms 329
Die ‚Regula pastoralis‘ Gregors des Großen war im Mittelalter ein Grundlagenwerk der Pfarrseelsorge. Für den jungen Leipziger Franziskanerkonvent, zu dessen zentralen Aufgaben die Seelsorge für die städtische Bevölkerung gehörte, war es daher ein nützliches Geschenk, als sie 1253 diese Abschrift der ‚Regula pastoralis‘ erhielten. Der Schenkungseintrag in der Pergamenthandschrift ist das früheste datierte Zeugnis zum Leipziger Franziskanerkloster, der Codex selbst das älteste bekannte Buch aus der Klosterbibliothek.
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Kommentar zum 4. Buch der Sentenzen des Petrus Lombardus
Handschrift auf Pergament, Frankreich, 3. Viertel 13. Jh.
Leipzig, UB, Ms 557
Die vier Bücher umfassende Sammlung von Zitaten und Lehrsätzen der christlichen Kirchenväter, die Petrus Lombardus in Paris um die Mitte des 12. Jahrhunderts verfasste, war die wohl wichtigste systematische Darstellung der scholastischen Theologie im Hoch- und Spätmittelalter. Auch die vorliegende Handschrift stammt aus dem gelehrten Studienbetrieb, wie die zahlreichen Randkommentare von unterschiedlichen Händen zeigen.
Ms 986
Kirchenrechtskommentar, sog. ‚Summa Lipsiensis‘
Handschrift auf Pergament, Nordfrankreich, 1. Viertel 13. Jh.
Leipzig, UB, Ms 986
Die sog. ‚Summa Lipsiensis‘ ist ein ausführlicher Kommentar zu einem der zentralen Bücher des Kirchenrechts, dem ‚Decretum Gratiani‘ und war aufgrund ihrer vielfach originellen Lehren für die weitere kirchenrechtliche Entwicklung in Europa von zentraler Bedeutung. Der Text ist außerordentlich selten überliefert, die Leipziger Handschrift daher von hohem Wert. Der Codex ist das früheste Zeugnis für die Klosterbibliothek der Leipziger Dominikaner und stammt aus dem französischen Lehrbetrieb.

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