Sieben Fragen an… Ramona Buchmann, Claudia Kasper und Anke Stoye

Mit Ramona Buchmann, Claudia Kasper und Anke Stoye arbeiten in der Buchbinderei der UB Leipzig drei erfahrene Kolleginnen zusammen und das bereits seit vielen Jahren. Höchste Zeit also, ihnen unsere 7 Fragen zu stellen. Dies umso mehr, da der nächste Tag der offenen Tür, zu dem die Kolleginnen üblicherweise Einblicke in ihre Arbeit und die Werkstatt geben, wohl noch etwas auf sich warten lässt…

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Aus dem Gästebuch: ein Pferd kommt selten allein …

Am 22. November hätten wir gerne unsere Ausstellung „Von der Schönheit und den Leiden der Pferde“ in der Bibliotheca verabschiedet, doch Corona hat dies leider schon etwas früher erledigt. Aber gerade deshalb möchten wir die Gelegenheit nutzen, um einige Impressionen aus dem Gästebuch zu teilen, denn wie sich dort zeigt, hat die Ausstellung die Besucher*innen insbesondere auch zum künstlerischen Ausdruck inspiriert. Wir bedanken uns für das tolle Feedback, jede einzelne Zeichnung und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in unserem Ausstellungsraum.

Der Katalog zur Ausstellung von Mustafa Haikal kann weiterhin in der Bibliotheca Albertina erworben werden. Und für alle, die die Ausstellung gänzlich verpasst haben, empfehlen wir noch einmal die Videoeinblicke auf der Website zur Ausstellung.

Dorthin gehen, wo der Schmerz tief sitzt

Buchruinen restaurieren – nur ein starkes Bild oder Teil unserer Bibliotheksgeschichte?

Krieg und Zerstörung fügen dem Menschen Traumata zu, die oft über Jahrzehnte nachwirken. Doch auch einem ganzen Stadtbild oder einzelnen Gebäuden kann man ein bis zwei Generationen danach die Narben solcher Wunden noch ansehen. Gleiches gilt für Bücher, die von Krieg und seinen Auswirkungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

„Aus Ruinen auferstanden. Mengenrestaurierung und Verpackung stark geschädigter Drucke des 16.–18. Jahrhunderts“ lautete der Titel eines Projektantrags, den die Universitätsbibliothek Leipzig für einige Bände stellte, die man nur als Buchruinen bezeichnen konnte. Die Formulierung „Aus Ruinen auferstanden“ spielt auf die 40 Jahre lang gesungene Nationalhymne einer der beiden deutschen Staaten (DDR: 1949–89) an. Denn zur „Ruine“ waren sie nicht durch die unmittelbare Kriegseinwirkung, sondern erst in den Jahren danach geworden.

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Sieben Fragen an… Stefan Fischer

Seit dem 1. November 1977 hat er bei uns gearbeitet und ist der Leiter unserer Magazine in der Bibliotheca Albertina. Er geht am 1. September dieses Jahres in den Ruhestand. Das haben wir zum Anlass genommen, ihm einige Fragen zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu stellen.

1. Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie in einer Bibliothek arbeiten und wie sind Sie im Magazin gelandet? 
Die Arbeit als Kokillengießer im 3-Schicht-System, nach der Lehre, war mit meinen Freizeitwünschen nicht kompatibel. An der Eingangstür zur Albertina rief dann ein Zettel mit der Aufschrift „Magazinmitarbeiter gesucht“ nach mir. So kam ich 1977 in die Universitätsbibliothek Leipzig.

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…wenn der Westen in den Osten zieht.

Umzug der Freihandbereiche Anglistik und Amerikanistik abgeschlossen

Keine Sorge! Wir haben während des Home-Office nicht die Orientierung verloren, zumal viele Kolleg*innen ohnehin schon wieder vor Ort sind. Es ist tatsächlich so: Während der Schließzeit haben wieder Umzüge in der Bibliotheca Albertina stattgefunden. Die Bestände der Anglistik und der Amerikanistik waren vorher im zweiten Obergeschoss West zu finden. Sie erinnern sich? Die Eingangstreppe nach oben und dann nach links gehen. Nun biegen Sie nach rechts ab. Diese Freihandbereiche sind in den „Osten“ umgezogen und sind nun im gleichen Bereich wie die Service- und die Infotheken zu finden, quasi auf der gleichen Etage, nur auf der anderen Seite. (So stehen jetzt die Philologien zusammen im Osten: Im ersten Obergeschoss sind die Germanistik und die Slawistik aufgestellt und im dritten Obergeschoss die Romanistik.) Damit befinden sich diese Bestandsgruppen auch an ihrem endgültigen Standort.

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Ein ganz schön munterer Schlaf

Als am 18. März 2020 die Bibliotheca Albertina für die Nutzerinnen und Nutzer pandemiebedingt ihre Pforten schloss, wirkte das Haus für alle, die an ihr vorbeiliefen oder -radelten, verlassen wie im Winterschlaf… und das beim schönsten Frühlingswetter, das man sich wünschen kann.

Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Homeoffice und arbeiten unter Hochdruck, um den nun so dringend benötigten Zugang zu E-Medien sicher zu stellen und zu erweitern, zu informieren, Fragen zügig zu beantworten und dringende Probleme online zu lösen.

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#ClosedButOpen: Einblicke in die Ausstellung „Von der Schönheit und den Leiden der Pferde“

Eigentlich würden wir im Moment in der Bibliotheca Albertina und in der Galerie im Neuen Augusteum die große Doppelausstellung „Von der Schönheit und den Leiden der Pferde“ zeigen. In der Albertina würden die Blicke über die historischen Pferdebücher gleiten, manchmal würde das leise Klappern von Hufen zu hören sein und in der Galerie würde ein Pferdeskelett grüßen, knapp drei Meter lang und zwei Meter hoch, das auf Instagram noch vor der Eröffnung auf den Namen „Pferdinand“ getauft worden war.
Die Eröffnung konnten wir am 4. März noch mit 200 Gästen feiern. Auf die restlichen Besucher*innen, die Pferdespezialist*innen, Pferdeliebhaber*innen und anderen Neugierigen muss die Ausstellung nun etwas länger warten. Weiterlesen →

Sieben Fragen an… Linda Franz und Steffen Scholz

…Studentische Hilfskräfte der Bibliotheca Albertina.

1. Wie wird man/frau eine SHK? Was genau sind Ihre Aufgaben?

Linda: Die Frage, wie man in der Bibliotheca Albertina arbeiten kann, habe ich mir anfangs auch gestellt und wie sich herausgestellt hat, war die Antwort einfach: eine E-Mail mit einer Anfrage schicken – allerdings mit der Einschränkung, dass man mindestens im 3. Fachsemester sein muss. Zurzeit gibt es so viele am Job Interessierte, dass schon eine Warteliste existiert.

Das Gebäude der Albertina kennen wir wie unsere Westentasche

Die Aufgaben einer „Studentischen Hilfskraft“ – dafür steht das Kürzel SHK übrigens –, bestehen hauptsächlich aus dem Einsammeln und Einsortieren von Büchern, die in der Bibliothek von den Studierenden genutzt wurden. Manchmal, wenn es sich anbietet, machen wir auch Stellrevision oder wischen die Regale und Stühle ab. Ebenfalls stehen wir für Fragen der Nutzer*innen zur Verfügung, die bei der Navigation durch das Gebäude häufig aufkommen. Denn es ist ein netter Nebeneffekt, der sich bei uns SHKs einstellt, dass wir das Gebäude der Albertina inzwischen wie unsere Westentasche kennen.

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Wie heiratet man eine Nymphe?

Interview mit Prof. Dr. Marco Frenschkowski, Professor an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig und Kurator der Ausstellung „Zauberbücher. Die Leipziger Magica-Sammlung im Schatten der Frühaufklärung“ (Website: ub.uni-leipzig.de/zauberbuecher).

Die Ausstellung kann vom 15. November bis 16. Februar 2020 in der Bibliotheca Albertina täglich von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Eintritt frei.

Veranstaltungstipp: „Ein Traum von großer Magie“ ein literarisch-musikalischer Abend am 10. Dezember 2019 – weitere Informationen.

Fragen:

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Vom Mythos leben und nicht von der Stückzahl

Auszug aus dem Gespräch von Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider (UJS), Direktor der UB Leipzig, mit Barbara Kalender (BK) und Jörg Schröder (JS) vom MÄRZ Verlag. Die vollständige Fassung ist im Katalog unserer Ausstellung „Politische Literatur & unpolitische Kunst. 50 Jahre MÄRZ Verlag – 100 Jahre Karl Quarch Verlag“ (Ausstellung noch bis 3.11.2019) abgedruckt, erhältlich als Museumsausgabe in der Bibliotheca Albertina oder über den Leipziger Universitätsverlag.
Erleben Sie Barbara Kalender und Jörg Schröder live am 15. Oktober 2019 um 20 Uhr im Gespräch mit Jan-Frederik Bandel im Café Alibi, Bibliotheca Albertina. Der Eintritt ist frei.

UJS:  Meine erste Frage an Sie beide wäre, was Sie sich davon erhoffen, dass die Dinge jetzt in einer Bibliothek liegen, wo sie im Prinzip allen zugänglich werden. Was sollen die Leute in 30 oder 40 Jahren finden, wenn sie auf Ihre Sachen stoßen?

BK: Ich würde mich freuen, wenn sie etwas vom Leben in der Jetztzeit erfahren und zwar auch von der ökonomischen Seite, deshalb liefern wir die Einkommenssteuer und die Bankauszüge ein. So kann man erfahren, wie es wirklich war, und nichts wird beschönigt. Oft werden die finanziellen Probleme beim Erzählen über das Verlegen von Büchern einfach weggelassen. Nur ganz wenige Autoren wie z. B. Arno Schmidt haben darüber geschrieben.

JS: Ich möchte das ergänzen und sagen, dass in vielen Analysen über Literatur und Medien eben dieser Aspekt, den Barbara angesprochen hat, vernachlässigt wird. Das erinnert mich dann immer an den Disko-Nebel, der ja erfunden wurde, damit man nicht sieht, wie die Füße sich bewegen. Und Literatur ist ein weites Feld. Aber wenn man von Büchern redet, dann darf nicht fehlen: Bücher müssen nicht nur produziert, sondern auch bezahlt werden.

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