Forschungsdatenmanagement in der Praxis

Foto von Jakob Owens auf Unsplash; Foto von Jakob Owens auf Unsplash

Sieben Perspektiven aus der Wissenschaft

Seit Kurzem bietet die Universitätsbibliothek Leipzig ein kompaktes, modular aufgebautes Lernangebot zum Thema Forschungsdatenmanagement (FDM) an. In offen lizenzierten Videos werden die wichtigsten Grundlagen zu sechs zentralen FDM-Themen vermittelt: Forschungsdatenmanagement im Kontext von Open Science und guter wissenschaftlicher Praxis, Datenmanagementplan, Datenorganisation, Metadaten, rechtliche Fragen sowie Archivierung und Veröffentlichung von Forschungsdaten. Im ersten Teil des Blogbeitrags „Videobausteine für den Einstieg ins Forschungsdatenmanagement“ haben wir die Hintergründe des Projekts und die produzierten Erklärvideos vorgestellt.

Dieser zweite Teil des Blogbeitrags widmet sich nun sieben Interviews mit FDM-Praktiker*innen (Link zu YouTube), die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Medienproduktion ergänzend dazu entstanden sind. Die Interviews zeigen, wie FDM in unterschiedlichen Disziplinen umgesetzt wird und verbinden auf diese Weise die theoretischen Inhalte der Erklärvideos mit konkretem Erfahrungswissen.

Collage mit Portraitfotos aller sieben interviewten Personen
Sieben FDM-Expert*innen berichten in Interviews aus der wissenschaftlichen Praxis
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Die Sache mit dem Brandschutz: Ein Rückblick 

Das Foyer der Bibliotheca Albertina während und nach den Brandschutzarbeiten.

Mit dem Abschluss der brandschutztechnischen Ertüchtigung der Bibliotheca Albertina im Dezember 2025 fand ein Vorhaben seinen erfolgreichen Abschluss, dessen Anfänge mehr als ein Jahrzehnt zurückreichen. Bereits im Juni 2012 wurde das zugrunde liegende Brandschutzkonzept vorgestellt, gefolgt von intensiven Planungsphasen ab 2013. Nach vorbereitenden Maßnahmen ab 2015 und umfangreichen Voruntersuchungen begann die bauliche Umsetzung schließlich im Oktober 2017.

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How to Sell Bullshit Online (Fast)

Warnung vor dem Betrug mit KI-generierten pseudowissenschaftlichen Büchern am Beispiel „tredition“‎

Auf den ersten Blick wirken sie spannend, die musikwissenschaftlichen Bücher des Verlags „tredition“ aus Ahrensburg bei Hamburg. Da gibt es beispielsweise eine Biografie von Johann Christoph Bach (1642–1703), über den die Forschung bislang wenig weiß. Oder ein Werk über den bisher kaum beachteten Leipziger Musiktheoretiker, Komponisten und Professor am Konservatorium Salomon Jadassohn (1831–1902). Wenn Nutzende einer Bibliothek sich grundsätzlich für Musik, die Bach-Familie und Leipzig interessieren, sollte die Bibliothek diese Bücher anschaffen – oder?

So dachten offenbar die Verantwortlichen in Bibliotheken in Leipzig, Dresden, Weimar und Hannover, die laut Karlsruher Virtuellem Katalog Exemplare dieser Bücher besitzen. Sie sind einem Betrug aufgesessen. Dieser Beitrag erklärt die Masche und zeigt, wie Bibliotheken und Forschung damit umgehen. Betroffen sind jedoch nicht nur Profis in Bibliotheken, sondern potenziell alle Lesenden, Studierenden und sogar seriöse wissenschaftliche Autor*innen. Erhöhte Wachsamkeit ist gefragt!

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Videobausteine für den Einstieg ins Forschungsdatenmanagement

Neue Open Educational Ressources von der Universitätsbibliothek Leipzig

Gute wissenschaftliche Praxis beinhaltet auch einen planvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Forschungsdaten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg: von der Planung und Erhebung der Daten, über die Aufbereitung und Analyse bis hin zur Veröffentlichung, Archivierung und Nachnutzung. Dies alles wird unter dem Begriff Forschungsdatenmanagement (FDM) zusammengefasst. Ziel ist, die Daten so zu organisieren, dass sie für die eigene Forschung und darüber hinaus auch für andere – sofern möglich und gewünscht – nachhaltig nutzbar sind.

Die Universitätsbibliothek verantwortet unter anderem die Konzeption, Koordination und Durchführung von Schulungen zum Thema FDM. Ergänzend dazu sind im Rahmen eines, durch das Sächsische Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus geförderten Projekts, audiovisuelle Lehr- und Lernmaterialien in Form von Videos entstanden. Diese möchten wir in diesem zweiteiligen Blogbeitrag näher vorstellen.

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KI: Ein Traum oder Alptraum für die Bibliothek?

Performante Hardware, effiziente Algorithmen, große Datenmengen: Drei Faktoren, die zur rasanten Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren beigetragen haben.

Das Prinzip der Künstlichen Intelligenz (KI) gleicht einem Traum, der durch große Sprachmodelle (Large Language Models, LLM) erfüllt wird: diese können alle Bücher lesen, und sie tun dies in der Art eines seltsamen Spiels. Sie lesen den Anfang eines Satzes, verdecken das Ende und versuchen das nächste Wort zu raten und sie wiederholen dies milliardenfach. Das Ergebnis ist ein Modell von Sprache, welches dieses Spiel weiter führen möchte, auch mit der Beteiligung anderer, die eine Anfrage – ein Prompt – formulieren.

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Offene Türen zu verborgenen Bereichen – Was steckt hinter „Wir für uns“?

Vor einigen Monaten erschien ein Blogbeitrag, der detailliert die Arbeit und Tätigkeiten einer Kollegin, welche die „Musikalia“ der UB Leipzig betreut, beleuchtet. Um diesen Blogbeitrag auch intern zu bewerben, nutzte eine Kollegin den, meiner Meinung nach, wundervollen Satz: „Was macht eigentlich Frau Held den ganzen Tag?“ Wundervoll salopp beschreibt diese Frage implizit eine Tatsache: Wir sind alle neugierig darauf zu erfahren, was unsere Kolleg*innen den ganzen Tag machen.

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„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“

Der neue Freihandbereich „Deutsches Literaturinstitut Leipzig (DLL)“ in der Bibliotheca Albertina

Diese viel und oft bemühte Zeile ist, wie sicher bekannt, Hermann Hesses „Stufen“ entlehnt und gehört zu den etwas lichteren Stellen dieses doch sehr wehmütigen Gedichts: Der Zweck heiligt die Mittel. Denn was ist besser geeignet als ein literarisches Zitat, um die Gründung einer neuen belletristischen Literaturabteilung zu verkünden, verbunden mit einem kleinen wehmütigen Seitenblick in die Vergangenheit.

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Wissenschaftliche Zeitschriften auf dem Prüfstand

Datenbanken entfernen vermehrt Journals aus ihren Indices

Im Jahr 2024 wurden aus dem Directory of Open Access Journals (kurz: DOAJ) 636 Zeitschriften entfernt. Darunter waren 400 mit der folgenden Begründung aus dem Index entfernt worden: „Journal not adhering to best practice“ – also, weil sich die jeweilige Zeitschrift nicht an die allgemein anerkannte Branchenpraxis des wissenschaftlichen Publizierens halte. Allein 17 Zeitschriften waren darunter von einem der publikationsstärksten Verlage überhaupt, dem Open-Access-Verlag MDPI AG. Im März 2023 war bereits die Nachricht durch die wissenschaftliche Presse gewandert, dass eines der Flagship-Journals des Verlags keinen Journal Impact Factor (JIF) mehr erhalten würde. Dieser ist gekoppelt daran, dass die Zeitschrift im sogenannten Science Citation Index im Web of Science geführt wird. In der Folge kam es zu einem Reputationsverlust, der in einem massiven Einbruch der Einreichungs- und Publikationszahlen Ausdruck fand.

Aber was haben diese Ausschlüsse von ganzen Zeitschriften aus den verschiedenen Datenbanken zu bedeuten? Was sind die Hintergründe? Diese möchten wir im Folgenden beleuchten, ebenso wie die Schlüsse, die wir für die Open-Access-Förderung der Universität Leipzig daraus ziehen.

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Sieben Fragen an … Dr. Henriette Rösch

Liebe Frau Dr. Rösch,
am 1.1.2025 haben Sie offiziell Ihr Amt der neuen stellvertretenden Direktorin der UB Leipzig angetreten. Mittlerweile sind 100 Tage vergangen. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, wollen wir kurz innehalten und unsere 7 Fragen an Sie richten. Dafür, also um Ihrem Beginn in einer so zentralen Position für Ausrichtung und Funktionieren der UBL gerecht zu werden, haben wir unser klassisches 7-Fragen-Format etwas modifiziert: Wir haben versucht, unsere Fragen stärker auf eine strategisch-inhaltliche Ebene zu heben, Visionen, Ideen und Wünschen mehr Raum zu geben. Natürlich sollte aber auch ein kleiner Blick hinter die Kulissen, ins Private, nicht fehlen.

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Musik sichtbar machen

Die stille Kunst der Katalogisierung musikalischer Bestände an der Universitätsbibliothek Leipzig

Partituren, Klavierauszüge, Aufführungsmaterial, CDs, Abspielgeräte für Tonträger… Die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) ist, neben vielem anderen, ein Ort, an dem Studierende, Forschende, Lehrende und Musikliebende auf eine umfangreiche Sammlung musikalischer Werke und Ressourcen treffen – eine Sammlung, der sich eine Bibliothekarin mit besonderer Sorgfalt und Fachkenntnis widmet.

An drei Standorten stehen den Nutzenden die musikalischen Bestände der UBL zur Verfügung: in der Bibliothek Musik, im Musikinstrumentenmuseum und in der Bibliotheca Albertina. Aber wie finden Noten und Fachbücher ihren Weg von der Bestellung bis ins Regal? Welche Herausforderungen bringt die Pflege und Einarbeitung dieser Werke mit sich? Wir werfen einen Blick über die Schulter der Bibliothekarin Ildikó Held, die sich seit 1999 um diesen besonderen Bestand kümmert.

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