#BibTour: Medizin

Weiße Kittel und andere Klischees

Das Bild von Studierenden der Medizin ist stark klischeebehaftet. Es reicht von aufgeputschten und multiple choice-geprüften Lernmaschinen bis zu von sich selbst überzeugten Ärztetöchtern, die einmal die Praxis der Eltern übernehmen. Ähnlich starken Vorurteilen begegnen vielleicht noch Jura- und BWL-Studierende.

Die Zentralbibliothek Medizin trägt mit ihrem eher gelassenen baulichen Charme genauso wenig zu diesen Klischees bei, wie die Benutzer und Benutzerinnen, die wir beim Gang durch die Lesesaalbereiche des Backsteinbaus erblicken. Es herrscht eine betriebsame und konzentrierte Stimmung, und weiße Kittel suchen wir hier vergeblich.

Klinische Gemütlichkeit?

Im Erdgeschoss werden wir dennoch darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns in der Zentralbibliothek Medizin befinden: deckenhoch weiße Kacheln an den Wänden, geziert von ein paar Röntgenbildbetrachtern und in den Regalen stehen die blauen und grünen Lehrbücher, die typisch für das Medizinstudium sind. „Hier war der Operationssaal der Neurochirurgie. Im Sommer wurde hier zum Teil bei 38 Grad operiert“, erzählt uns Christiane Hofmann, Fachreferentin für Medizin. Weiterlesen →

Tear down this wall!

Über das Suchen und Finden von Open-Access-Artikeln

Schon einmal dringend ein Paper benötigt, und dann auf der Verlagswebseite vor der Paywall gestrandet?

Gerade keine Zeit für die Lieferdienste der Bibliothek, und erst recht keine Lust, 30 € oder mehr an den Verlag für den Download zu bezahlen?

Welche Möglichkeiten gibt es, innerhalb kürzester Zeit zu überprüfen, ob eine Open-Access(OA)-Version des Artikels irgendwo im Netz verfügbar ist?

Wir zeigen hier einige Beispiele: Weiterlesen →

Wir sind schon groß

Das Open Access Office feiert seinen dritten Geburtstag!

Drei Jahre alt ist es nun, das Open Access Office an der UB – und in diesen drei Jahren sind wir nicht nur einfach älter geworden, sondern unsere Aufgaben und unser Team sind gewachsen. So ist der dritte Geburtstag für uns ein guter Anlass, uns und das Office noch einmal vorzustellen.

Jährlich werden inzwischen um die 100 Artikel in Open Access-Zeitschriften über den Publikationsfonds gefördert. Die Koordination und Weiterentwicklung dieses Fonds bilden einen Arbeitsschwerpunkt von Dr. Astrid Vieler. Daneben ist sie zuständig für Erst- und Zweitveröffentlichungsprojekte in den Naturwissenschaften. Für die Geistes- und Sozialwissenschaften übernimmt das Dr. Henriette Rösch. Zudem betreut Henriette Rösch in Abstimmung mit dem Dezernat für Forschungs- und Transferservice die systematische Erfassung aller Veröffentlichungen von Universitätsangehörigen. Sie koordiniert auch den PublikationsfondsPLUS, über den innovative Open Access-Projekte an der Universität unterstützt werden. Gemeinsam beraten Astrid Vieler und Henriette Rösch Forschende und Forschergruppen der Universität, wie diese die Sichtbarkeit ihrer Forschungsergebnisse erhöhen oder Open Access-Förderrichtlinien von Drittmittelgebern umsetzen können und entwickeln mit ihnen individuelle Workflows. Weiterlesen →

Glauben feiern, Spaß haben…

… und über Politik diskutieren – der Katholikentag und seine Facetten. So der Titel einer religionssoziologischen Studie über den Katholikentag 2014 in Regensburg, pünktlich erschienen zum diesjährigen Katholikentag in Leipzig. Die Religionssoziologen Gert Pickel, Alexander Yendell und Yvonne Jaeckel haben sich dafür entschieden, Ihre Publikation nicht nur in gedruckter Form, sondern auch digital über den Publikationsserver der Universität Leipzig zur Verfügung zu stellen.

Damit ist das Buch nicht nur im Bibliothekskatalog, sondern auch in überregionalen Katalogen und über Suchmaschinen auffindbar und kann weltweit kostenfrei gelesen und rezipiert werden.

Die Printausgabe des Buches ist im Münsteraner Verlagshaus Monsenstein & Vannerdat erschienen und kann über den Buchandel bezogen werden.

3D, Datensicherung und Hieroglyphen-App

Neue Online-Publikation von Leipziger Wissenschaftlern

Im November 2015 fand an der Universität Leipzig ein internationaler Workshop zu aktuellen Vorhaben der Digital Humanities in Ägyptologie und Papyrologie statt. Organisiert wurde dieser von Franziska Naether vom Ägyptologischen Institut und Monica Berti vom Humboldt Lehrstuhl für Digital Humanities. Mehr als 40 Forscher aus dem In- und Ausland kamen nach Leipzig, um ihre aktuellen Projekte zum alten Ägypten im Rahmen der digitalen Geisteswissenschaften vorzustellen. Thematisch ging es dabei um Datenbanken zur Erforschung der antiken Sprachen, um computergestützte Methoden zur Entzifferung von Hieroglyphen und anderen Buchstaben, aber auch Analyse-Apps zur Untersuchung antiker Namensgebung. Ein weiterer Fokus lag auf 3D-Anwendungen bei archäologischen Ausgrabungen. Andere Wissenschaftler stellten ihre Erfahrungen in der Lehrpraxis vor oder sprachen über die Einbindung der Öffentlichkeit in die aktuelle Forschung. Weiterlesen →

Schneller Publizieren mit Preprints

Dauert das Veröffentlichen von Artikeln in den Lebenswissenschaften zu lange? Vom Publizieren im Schneckentempo sprach ein Beitrag im Wissenschaftsmagazin Nature, nachdem in einer Umfrage immerhin ein Viertel der befragten Forschenden angegeben hatte, schon einmal 2-3 Jahre oder länger darauf gewartet zu haben, bis ein Artikel zur Veröffentlichung angenommen wurde.

Abhilfe schaffen könnte da ein Preprint Server – und eine Wissenschaftskultur, die diesen Kommunkationsweg mitträgt. Was unter Physikern, Mathematikern und Informatikern schon ein alter – 35-jähriger – Hut ist (nämlich arXiv.org), ist in den Lebenswissenschaften erst seit ein paar Jahren ein Thema. Weiterlesen →

So viel Arbeit und dann liest das keiner…

In Dissertationen stecken nicht nur viele Jahre Arbeit sondern vor allem relevante Forschungsergebnisse. Veröffentlicht aber werden die Arbeiten häufig in Kleinstauflagen, die dann in wenigen Bibliotheken verschwinden. Auch wenn es natürlich ein schönes Gefühl ist, zum Abschluss seiner Dissertationsphase ein gedrucktes Buch mit seinem Namen darauf in den Händen zu halten, das man sich und seinen Eltern ins Regal stellen kann, so bleibt mitunter der Eindruck, dass die Ergebnisse der eigenen Arbeit von der Wissenschaft weitgehend ungesehen bleiben.

Digitale Publikation erhöht die Sichtbarkeit

Wer statt einer Verlagspublikation allerdings den Weg einer Veröffentlichung über den Publikationsserver der Universität geht, spart nicht nur die Druckkostenzuschüsse, die Verzögerungen bei der Veröffentlichung und die mitunter schmerzhaften Kürzungsforderungen der Verlage, sondern macht seine Arbeit vor allem weltweit sehr viel sichtbarer. Die Dissertation ist dann nämlich nicht nur über die Bibliothekskataloge der UBL und der DNB, sondern auch über GoogleScholar, die Open Access-Plattform BASE und Open Access Theses and Dissertations im Volltext auffindbar. Wissenschaftler_innen und am Thema Interessierte können so weltweit frei auf Ihre Forschungsergebnisse zugreifen und diese zitieren. Weiterlesen →

Neu 2016: OA PublikationsfondsPLUS

Den Open Access-Publikationsfonds gibt es seit 2014 an der Universität Leipzig, darüber haben wir bereits mehrfach berichtet. Natürlich sind aber OA-Zeitschriften mit autorenseitigen Gebühren nicht der einzige Weg, auf dem man OA publizieren kann.

Oftmals nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Publikationsgeschehen in die eigenen Hände und bauen selbst Zeitschriften, Plattformen, Wikis oder andere Publikationsformen für den wissenschaftlichen Austausch auf – mal mit und mal ohne Hilfe aus der Verlagswelt, aber immer mit viel Engagement und Eigenleistung.

Auch an der Universität Leipzig gibt es einige OA-Publikationsinitiativen. Und seit diesem Jahr können OA-Projekte dieser Art erstmals finanzielle Unterstützung erhalten: Mit dem Open Access-PublikationsfondsPLUS stellt die Universität Leipzig für 2016 Mittel in Höhe von 5.000 EUR zur Verfügung – zur Optimierung und Professionalisierung von OA-Publikationsprojekten.

Alle Informationen zur Antragstellung und zum Prozedere haben wir auf unseren Webseiten für Sie bereitgestellt, für Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen im Open Access Office gern zur Verfügung. Fachlich begleitet wird der PublikationsfondsPLUS durch Prof. Dr. Barbara Drinck (Erziehungswissenschaften), Prof. Dr. Gereon Müller (Linguistik) und Prof. Dr. Ursula Rao (Ethnologie), die auch über die Förderung der eingehenden Anträge entscheiden werden.

Auf Themensuche für die Abschlussarbeit?

Wenn man auf der Suche nach einem Thema für seine Abschlussarbeit ist, ist es mitunter hilfreich zu sehen, wozu andere Studierende und Promovierende geforscht und gearbeitet haben. Mittlerweile gibt es dafür einige Plattformen, auf denen Dissertationen und z.T. auch Masterarbeiten frei zugänglich im Volltext recherchierbar sind.

  • Die größte – mit knapp 3 Millionen Abschlussarbeiten aus aller Welt – ist Open Access Theses and Dissertations (OADT).
  • Über 600.000 Arbeiten aus 28 europäischen Ländern weist das DART-Europe E-theses Portal nach.
  • Und PQDT OPEN, als Ableger von Proquest Dissertation&Theses, stellt seine Open Access Abschlussarbeiten auf seiner Plattform frei zur Verfügung.

Sie können hier nach Ländern, Sprachen, Stichworten, Veröffentlichungsjahren suchen und so vielleicht eine Anregung für Ihre Abschlussarbeit finden.

Русский авангард в Лейпциге / Russische Avantgarde in Leipzig: von futuristischen Opern und unglücklicher Liebe

Noch bis zum 4. Oktober gibt es in Leipzig die Möglichkeit, der russischen Avantgarde direkt zu begegnen: In Kooperation mit zahlreichen russischen Leihgebern präsentiert das Deutsche Buch- und Schriftmuseum unter dem Titel „SchriftBild. Russische Avantgarde“ hochkarätige Arbeiten von Künstlern wie Majakovskij, Kručenych und vielen anderen.
Diese Originale werden nur für eine bestimmte Zeit in Leipzig sein. Aber auch danach muss man nicht auf sie verzichten. Über unser elektronisches Angebot sind einige dieser Dokumente für alle Nutzerinnen und Nutzer in unseren Bibliotheken und für Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über VPN auch online zugänglich.

Pro Eto

Auf dem Cover von Majakovskijs Poem: Lilja Brik, seine große Liebe. Um sie geht es bei dem bewussten Thema
[aus dem Bestand der UBL]

Zum Beispiel Vladimir Majakovskijs Pro Eto. Der Dichter möchte das Wort „Liebe“ nicht aussprechen, also schreibt er „Darüber“. Sein Freund Rodčenko hat das Poem illustriert, diese Fotomontagen sind weltberühmt geworden und einige aus diesem Buch in der DNB im Original zu bewundern. Einen aufwändig gestalteten Reprint der russischen Ausgabe mit deutscher und englischer Übersetzung finden Sie als ausleihbares Exemplar in unserem Freihandbereich Slavistik in der Bibliotheca Albertina [Katalog].

Ein weiteres Beispiel ist Der Sieg über die Sonne, eine futuristische Oper mit illustrer Beteiligung (Kostüme, Licht und Bühnenbild: Kazimir Malevič, Musik: Michail Matjušin, Text: Welimir Chlebnikov und Aleksej Kručenych): in der DNB bis zum 4. Oktober, bei uns das Original im Scan dauerhaft als E-Book. Den Nachdruck der Originalausgabe mit einer deutschen Übersetzung und einem Kommentar finden Sie als E-Book Open Access, also ohne Zugangsbeschränkung. Und wenn Sie sich dafür interessieren, wie eine solche Oper aufgeführt werden kann, sei Ihnen dieser Mitschnitt empfohlen:

Sind Sie neugierig geworden? Dann werfen Sie doch auch noch einen Blick in die Sekundärliteratur.

Tauchen Sie ein in die phantasievolle, faszinierende und berührende Welt der Futuristen, die angetreten waren, für die neue Welt eine neue Kunst zu schaffen, mit neuen Formen, neuen Inhalten und sogar einer neuen Sprache. Sie siegten vielleicht über die Sonne, aber leider nicht über die Zeit, in der sie lebten. Ein Grund mehr, heute ihre Werke zu bewundern, die von großem Einfluss für die Kunst des 20. Jahrhunderts waren und es bis heute sind.