Sieben Fragen an… Vincent Walter

Viele unserer Projekte vollziehen sich naturgemäß hinter verschlossenen Türen, was natürlich auch an den wertvollen Objekten liegt. Natürlich weiß die Community zum Beispiel von unserem Projekt der Erschließung von koptischen Papyrusfragmenten. Aber vielleicht noch nicht jeder hier in Leipzig. Wir finden das Thema sehr faszinierend und haben von den vielen Fragen, die wir hatten, sieben an unseren Kollegen Vincent Walter gestellt. Wir freuen uns sehr, dass er uns sein komplexes Arbeits- und Forschungsfeld so spannend und unterhaltsam nahe gebracht hat. Ein Riesendankeschön an ihn für diesen charmanten Beitrag! Und wenn er auflegt, möchten wir dabei sein …

1. Sie sind im Projekt „Erschließung und Digitalisierung koptischer Papyri (sog. K-Tafeln) im Bestand der Papyrus- und Ostrakasammlung der Universitätsbibliothek Leipzig“ angestellt. D. h. Sie sind Papyrologe, von denen es in Deutschland nur etwa 50 gibt, richtig? Wie sind Sie darauf gekommen, diesen Berufszweig einzuschlagen?

Zur Zahl der in Deutschland tätigen Papyrolog*innen kann ich ehrlicherweise gar nichts sagen, da die Papyrologie ja nur an ganz wenigen Orten als eigenständiges Fach geführt wird und sich außerdem anhand der jeweils untersuchten Sprache noch in diverse Subdisziplinen aufgliedert, sodass die meisten Kolleg*innen an ganz unterschiedlichen Institutionen arbeiten. Aber es handelt sich in jedem Fall um eine recht überschaubare Anzahl, ja.

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Eine Synagoge in der Bibliothek. Die Geschichte der Leipziger Lehrsynagoge

Ein Gastbeitrag von Dr. des. Anke Költsch

Vom 27.06. bis 04.07.2021 wird die Jüdische Woche in Leipzig zum 14. Mal gefeiert. Das Fest für jüdische Kunst und Kultur hat die UB Leipzig zum Anlass genommen, ihre historischen Verknüpfungen mit dem Judentum näher in den Blick zu nehmen. Die Geschichte der sogenannten Lehrsynagoge an der UB Leipzig im 18. Jahrhundert wird daher im Folgenden näher beleuchtet.

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Wenn’s am schönsten ist, soll man weitermachen

Ein Rückblick auf die Anfänge des Leipziger Handschriftenzentrums von Falk Eisermann, von 2002 bis 2007 Mitarbeiter am Handschriftenzentrum der UBL, seit Juli 2007 Leiter des Referats Gesamtkatalog der Wiegendrucke/Inkunabelsammlung an der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.

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Leipziger Handschriftensommer

In unserer Blogserie zu 20 Jahre Handschriftenzentrum Leipzig kommen diesmal zwei Absolvent*innen der Alfried Krupp-Sommerkurse für Handschriftenkultur zu Wort, die vom Handschriftenzentrum seit 2011 üblicherweise alle zwei Jahre ausgerichtet werden.

Eva Ferro hat am Sommerkurs 2011 teilgenommen. Schon während des Studiums in Verona und Freiburg beschäftigte sie sich mit mittelalterlichen Handschriften. Derzeit ist sie als Wissenschaftliche Bearbeiterin am Handschriftenzentrum der WLB in Stuttgart tätig. Dass sie heute ihrer Begeisterung und Leidenschaft für die mittelalterlichen Codices im Berufsalltag nachgehen darf, verdankt sie, wie sie selbst sagt, auch dem Leipziger Sommerkurs.

Michael Schonhardt, Kursteilnehmer des Jahres 2013, ist ebenfalls den Handschriften treu geblieben. Nach seiner Dissertation zu mittelalterlichen Bibliotheken und astronomischen Handschriften arbeitet er heute zwischen Pergament und Digitalität im Akademieprojekt Burchards Dekret Digital an den Möglichkeiten der digitalen Handschriftenerschließung.

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Von Ketten befreit, auf Zetteln erfasst (III/III)

Von Zetteln bis digital

Unter der Leitung von Otto Glauning (1876–1941, Amtszeit 1922–1937) wurde im Jahr 1930 der alphabetische Zettelkatalog (NK III) als Ablösung des NK I eingeführt. Dieser erwies sich als  leichter zu handhabendes Instrument, das der rasanten Entwicklung der Wissenschaften besser nachkommen konnte. Die Zettel waren eigentlich Katalogkarten auf starkem Papier oder Karton, die in ihren Maßen dem internationalen Bibliotheksformat 7,5 cm x 12,5 cm folgten, das bereits seit 1901 bei der Library of Congress in Gebrauch war.

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Wenn Bücher reden könnten… (Folge 4)

Anlässlich des Tages der Provenienzforschung am 14. April 2021 soll hier erneut von einem Buch erzählt werden, das seinem Eigentümer in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig entzogen wurde. Es handelt sich um das Werk: Spiero, Heinrich: Raabe-Lexikon. Berlin-Grunewald: Klemm, [1927], Signatur: 01A-2015-7933.

Im Buchdeckel ist ein schönes Exlibris zu finden, das auf den Eigentümer des Buches hinweist:

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Zusammen sind wir stark

Kostenfreies Open-Access-Publizieren dank kooperativer Finanzierungsmodelle

Wenn ich mit Wissenschaftler*innen über Open Access spreche, höre ich oft:

„Open Access ist mir zu teuer!“

Tatsächlich hat sich das sogenannte Author-pays-Modell insbesondere im Zeitschriftenbereich schnell etabliert und ist vielen heute als einziges Open-Access-Geschäftsmodell bekannt. Bei diesem Modell verlangen die Verlage autorenseitige Publikationsgebühren. Dass das viele Autor*innen vor Herausforderungen stellt, ist Bibliotheken und Forschungseinrichtungen sehr wohl bewusst. Neben der Einrichtung von Publikationsfonds, bei denen Institutionen die individuellen Kosten „ihrer“ Autor*innen stellvertretend übernehmen, gibt es daher ein wachsendes Interesse an Geschäftsmodellen, die auf eine Finanzierung der gesamten Publikationsinfrastruktur abzielen, so dass auch andere Autor*innen davon profitieren können.

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Sieben Fragen an… Ramona Buchmann, Claudia Kasper und Anke Stoye

Mit Ramona Buchmann, Claudia Kasper und Anke Stoye arbeiten in der Buchbinderei der UB Leipzig drei erfahrene Kolleginnen zusammen und das bereits seit vielen Jahren. Höchste Zeit also, ihnen unsere 7 Fragen zu stellen. Dies umso mehr, da der nächste Tag der offenen Tür, zu dem die Kolleginnen üblicherweise Einblicke in ihre Arbeit und die Werkstatt geben, wohl noch etwas auf sich warten lässt…

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Versponnene Texte aus dem Reich der Mitte

Wie oft wünscht man sich, zu denen zu gehören, die ein Projekt durchführen können, in dem versuchsweise neuartige Verfahren und Arbeitsweisen angewendet werden. So nämlich definiert sich der Begriff Pilotprojekt. Der Universitätsbibliothek Leipzig wurde 2019 von der KEK ein Antrag für ein solches Pilotprojekt bewilligt. Es sollten zunächst vier der 38 chinesischen Schriftrollen, die im Bestand ihrer Sondersammlungen überliefert sind, behandelt werden. An den Urkunden aus dem 18. und 19. Jahrhundert lässt sich die Bestellung von Beamten durch die kaiserliche Kanzlei nachvollziehen. Die Herausforderung bestand bei diesen besonderen Stücken darin, dass die Schrift nicht wie zu vermuten auf Papier, sondern auf Seide aufgetragen worden war.

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