Von der Tradition zur Open-Access-Exzellenz: Die Zeitschrift „Namenkundliche Informationen“ im Wandel der Zeit

Ein Blick hinter die Kulissen bei der digitalen Transformation einer traditionsreichen Zeitschrift

Die Universitätsbibliothek (UB) Leipzig bietet den Angehörigen der Universität Leipzig seit mehreren Jahren einen kostenlosen Service für die Verwaltung und Veröffentlichung von elektronischen Zeitschriften an, basierend auf der Zeitschriftenverwaltungs- und Publikationssoftware Open Journal Systems (OJS). Damit unterstützt sie die Wissenschaftler*innen dabei, neue Open-Access-Zeitschriften zu gründen, beziehungsweise etablierte Schriftenreihen und Zeitschriften auf Open Access (OA) umzustellen.

Im Juli 2026 wurde unsere traditionsreichste Zeitschrift, die Namenkundlichen Informationen, in das Directory of Open Access Journals (DOAJ) aufgenommen – ein renommiertes Qualitätssiegel für OA-Zeitschriften. Anlässlich dieses Meilensteins blicken wir mit dem Redaktionsteam zurück auf die Veränderungen der letzten Jahre: von der Print-Ära zur digitalen Publikation, von klassischer Redaktionsarbeit zu modernen OA-Praktiken, und fragen uns, was es bedeutet, eine etablierte Zeitschrift in die Zukunft zu führen.

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Bingo!

Foto aus dem Gästebuch der Ausstellung "Insektenwissen" an der Bibliotheca Albertina. Foto: Sandra Kriebel

Das erste Kinderprogramm für unsere Ausstellungen war ein voller Erfolg

Kann eine wissenschaftliche Ausstellung Kinder begeistern? Wie vermittelt man die komplexen Inhalte an ein Publikum, das vielleicht noch gar nicht zur Schule geht? Dem wollten wir im Rahmen der Ausstellung Insektenwissen. Historische Bücher und Präparate zur Insektenkunde unbedingt einmal nachgehen. Das Thema bot sich für die Bildungs- und Vermittlungsarbeit geradezu an. Schließlich wurden neben aufwändig illustrierten entomologischen Büchern aus dem Sonderbestand der Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) (darunter die Prachtwerke von Maria Sybilla Merian, Johann Jacob Scheuchzer oder Joris Hoefnagel) auch einige der schönsten Insektenpräparate und -modelle der Zoologischen Lehr- und Schausammlung präsentiert. Die Ausstellung verfolgte schlaglichtartig die Geschichte der Entomologie und die Entstehung ihrer wertvollen historischen Publikationen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.

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Kompass und Ziel 

Das gedruckte Strategiepapier "UBL 2030plus"

UBL2030plus, das Strategiepapier der Universitätsbibliothek Leipzig

Im Frühjahr 2026 hat die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) das Strategiepapier UBL2030plus der Öffentlichkeit vorgelegt. Zur Einordnung: Die UBL hat in den vergangenen Jahren drei wichtige Prozesse durchlaufen, einer davon war der Strategieprozess. Die anderen beiden sind die Organisationentwicklung und die Erarbeitung der „Handlungsleitenden Werte“.

Der im Jahr 2024 angestoßene Organisationsentwicklungsprozess hatte zum Ziel, unsere Arbeitsabläufe (Ablauforganisation) und unsere Struktur (Aufbauorganisation) zu überprüfen. Das Ergebnis sind Änderungen an der Aufbauorganisation und die Einführung eines Rollen- und Prozessmodells sowie einer Portfolio-Datenbank, in der alle Produkte, Prozesse und Projekte der UBL abgebildet und die jeweiligen Zuständigkeiten dokumentiert sind.

Die unter Beteiligung der Mitarbeitenden erarbeiteten und im Februar 2026 veröffentlichten „Handlungsleitenden Werte“ halten die Maximen unseres Handelns als UBL nach außen und nach innen fest: bedarfsorientiert, kollegial, kooperativ, nachhaltig, offen. 

Das im Frühjahr 2026 durch das Rektorat der Universität Leipzig verabschiedete Strategiepapier UBL2030plus beschreibt unter Berücksichtigung der „Handlungsleitenden Werte“ das gegenwärtige und künftige Handeln der UBL und formuliert strategische Prioritäten. 

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Raus aus dem Alltag, rein in den Austausch

Internationale Perspektiven für Bibliotheken – Eindrücke von der International Staff Week in València

Eine Woche lang mit Bibliothekskolleginnen und -kollegen aus ganz Europa über aktuelle Herausforderungen diskutieren, neue Ideen kennenlernen und den eigenen Arbeitsalltag aus einer anderen Perspektive betrachten – genau das ermöglicht die Teilnahme an einer sogenannten International Staff Week.

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Bestands- und Objektgeschichten erzählen, Unrechtskontexte aufarbeiten

Provenienzforschung an der UBL und ihre Vermittlung

Bücher, Handschriften und andere historische Schriftstücke erzählen viel mehr als die Geschichten der Texte und Bilder, die in ihnen zu finden sind. Zuweilen verraten sie uns auch etwas über ihre eigene (Vor-) Geschichte. So bezeugt beispielsweise ein Stempel mit der Inschrift „Zionistische Volks-Lesehalle und Bibliothek zu Leipzig“, dass der im Jahr 1900 erschienene Druck des hebräischen Lustspiels „ha-śorer be-veto“ („Der Herrscher im eigenen Haus“) von Israel Chaim Tawiow der „jüdischen Lesehalle und Bibliothek“ gehörte. Diese war eine von bislang neun in Leipzig für das beginnende 20. Jahrhundert nachweisbaren jüdischen Bibliotheken und Lesehallen. 1937 wurde sie mit der Gemeindebibliothek der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig zusammengelegt. Das gestempelte Exemplar ist das einzige derzeit bekannte Buch, das aus dieser vereinigten Gemeindebibliothek erhalten ist. Denn der Bestand wurde während der Novemberpogrome 1938 durch Feuer vernichtet.

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Organisationsentwicklung an der Universitätsbibliothek Leipzig

Mitarbeitendenversammlung

Die Mitarbeitenden der UBL waren in verschiedenen Formaten in den Organisationsentwicklungsprozess einbezogen. Auf den Mitarbeiterversammlungen wurde regelmäßig über die Ergebnisse berichtet. 

Ein Beitrag von Dr. Anne Lipp und Dr. Henriette Rösch

Die Universitätsbibliothek Leipzig blickt mit ihren 483 Jahren auf eine lange Tradition zurück, die auch darin besteht, sich laufend den Anforderungen, die sich aus der Veränderungsdynamik des Forschens, Studierens, Publizierens und Rezipierens ergeben, anzupassen. Diese Anpassungsleistung zeigt sich nicht nur an neuen Dienstleistungen oder der Umgestaltung der Lernräume, sondern muss sich auch in der Verfasstheit der UBL – sowohl in ihrer Organisationsstruktur als auch in den internen Abläufen widerspiegeln.

In den Jahren 2024 und 2025 fand zu diesem Zweck ein umfassender, extern begleiteter Organisationsentwicklungsprozess statt, der sowohl die Ablauf- als auch die Aufbauorganisation untersucht hat. Eine wesentliche Veränderung mit Blick auf die Aufbauorganisation der UBL ist die Gründung des neuen Bereichs „Open Science“ und mit Blick auf die Ablauforganisation die Einführung eines Rollen- und Prozessmodells.

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Wer Bücher schenkt, schenkt Welten

Autorinnen: Patricia F. Blume & Sophia Manns-Süßbrich

Alastair Jollans übergibt der UBL seine einzigartige Sammlung von Tauchnitz-Büchern und eröffnet neue Horizonte des englisch-deutschen Kulturtransfers

Das Tauchnitz-Fieber hat die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) erfasst. Die Ursache misst etwa 12 mal 16 Zentimeter, ist klein und handlich, oft in rotem Einband oder als unscheinbare Broschur mit zurückhaltender Gestaltung; darin der literarische Kanon des 19. und frühen 20. Jahrhunderts von Autor*innen aus Großbritannien und den USA. Dazu die Gebrauchsspuren von Generationen von Leser*innen.

Mit der Tauchnitz-Faszination hat sich die UBL bei dem Briten Alastair Jollans angesteckt. Er trug über Jahrzehnte eine umfangreiche und beeindruckende Sammlung von Bänden aus dem Leipziger Tauchnitz Verlag zusammen. Am 10. Juni 2026 übergibt er sie feierlich der UBL.

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Klaas Klever ist gefasst

Reaktionen auf unsere Warnung vor betrügerischen KI-generierten Büchern‎ beim Verlag „tredition“

Vor vier Wochen berichteten wir an dieser Stelle über verdächtige Bücher, die in mehreren Bibliotheken aufgetaucht waren. Sie sahen auf den ersten Blick wie normale musikwissenschaftliche und historische Fachbücher aus. Beim genaueren Lesen entpuppten sie sich als KI-generierter Textmüll. Die Autorennamen waren erfunden, die Texte enthielten gravierende inhaltliche Fehler und verwiesen auf nicht existierende Quellen. Wir stellten fest, dass ein Betrüger massenhaft pseudowissenschaftliche Fake-Bücher auf den deutschsprachigen Markt gebracht hatte, und nannten ihn Klaas Klever. Hier berichten wir, wie Klaas Klever überführt wurde, wie der Verlag „tredition“ reagiert hat und was Vertreter*innen der betroffenen Fächer dazu sagen.

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Forschungsdatenmanagement in der Praxis

Foto von Jakob Owens auf Unsplash; Foto von Jakob Owens auf Unsplash

Sieben Perspektiven aus der Wissenschaft

Seit Kurzem bietet die Universitätsbibliothek Leipzig ein kompaktes, modular aufgebautes Lernangebot zum Thema Forschungsdatenmanagement (FDM) an. In offen lizenzierten Videos werden die wichtigsten Grundlagen zu sechs zentralen FDM-Themen vermittelt: Forschungsdatenmanagement im Kontext von Open Science und guter wissenschaftlicher Praxis, Datenmanagementplan, Datenorganisation, Metadaten, rechtliche Fragen sowie Archivierung und Veröffentlichung von Forschungsdaten. Im ersten Teil des Blogbeitrags „Videobausteine für den Einstieg ins Forschungsdatenmanagement“ haben wir die Hintergründe des Projekts und die produzierten Erklärvideos vorgestellt.

Dieser zweite Teil des Blogbeitrags widmet sich nun sieben Interviews mit FDM-Praktiker*innen (Link zu YouTube), die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Medienproduktion ergänzend dazu entstanden sind. Die Interviews zeigen, wie FDM in unterschiedlichen Disziplinen umgesetzt wird und verbinden auf diese Weise die theoretischen Inhalte der Erklärvideos mit konkretem Erfahrungswissen.

Collage mit Portraitfotos aller sieben interviewten Personen
Sieben FDM-Expert*innen berichten in Interviews aus der wissenschaftlichen Praxis
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How to Sell Bullshit Online (Fast)

Warnung vor dem Betrug mit KI-generierten pseudowissenschaftlichen Büchern am Beispiel „tredition“‎

Auf den ersten Blick wirken sie spannend, die musikwissenschaftlichen Bücher des Verlags „tredition“ aus Ahrensburg bei Hamburg. Da gibt es beispielsweise eine Biografie von Johann Christoph Bach (1642–1703), über den die Forschung bislang wenig weiß. Oder ein Werk über den bisher kaum beachteten Leipziger Musiktheoretiker, Komponisten und Professor am Konservatorium Salomon Jadassohn (1831–1902). Wenn Nutzende einer Bibliothek sich grundsätzlich für Musik, die Bach-Familie und Leipzig interessieren, sollte die Bibliothek diese Bücher anschaffen – oder?

So dachten offenbar die Verantwortlichen in Bibliotheken in Leipzig, Dresden, Weimar und Hannover, die laut Karlsruher Virtuellem Katalog Exemplare dieser Bücher besitzen. Sie sind einem Betrug aufgesessen. Dieser Beitrag erklärt die Masche und zeigt, wie Bibliotheken und Forschung damit umgehen. Betroffen sind jedoch nicht nur Profis in Bibliotheken, sondern potenziell alle Lesenden, Studierenden und sogar seriöse wissenschaftliche Autor*innen. Erhöhte Wachsamkeit ist gefragt!

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