Von Checklisten und Stolpersteinen

Die lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten war ein voller Erfolg

Kurz vor acht erfolgt das letzte „Abklatschen“ der Beteiligten, darunter sind zwölf MitarbeiterInnen der UBL, neun MitarbeiterInnen des Academic Lab, MitarbeiterInnen vom Studentenwerk, vom Hochschulsport und auch vom Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung.

Sie alle nehmen ihre Mappen und heften ihre Namensschilder ans Revers. Dann schwärmen sie aus zu ihren Standorten, die sich alle in den westlichen Teilen der Bibliotheca Albertina befinden. Es soll ja Studierende geben, die ohne Mühe Hausarbeit um Hausarbeit produzieren. Sie sollen auch in dieser Nacht ungestört arbeiten können. Zumal durchgehend geöffnet ist: Sie können bis zum Morgengrauen arbeiten. Es ist ein Experiment, das da in der Zusammenarbeit vom Academic Lab und der Universitätsbibliothek gewagt wurde – und es ist gelungen. Ziel war es, die vielfältigen Angebote in einer Nacht vorzustellen und so auf einen Blick zu präsentieren, wo und wie Studierende beim Verfassen ihrer Hausarbeiten Hilfe und Beratung erhalten können. Weiterlesen →

125: Eindrücke vom 24. 10. 2016, Abends

Ein schönes Fest war das gestern mit vielen Gesprächen und guten Begegnungen. Wir danken auf diesem Wege noch einmal allen Gratulanten. Es ist schön zu sehen, dass die Bibliotheca Albertina nicht nur uns ans Herz gewachsen ist.

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Prof. Schneider hält eine kurze Ansprache. Weiterlesen →

amsl, finc und schwarze Diamanten

Die UBL bei der europäischen Konferenz für Bibliotheksinformatik

Anfang Juni fand in Kopenhagen die jährliche Konferenz der European Library Automation Group (ELAG) statt. Zu fünft machten wir uns auf den Weg nach Norden und trafen uns mit über 150 Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa. Veranstaltungsort war die Dänische Königliche Bibliothek, der Black Diamond.

In einem Vortrag und einem 4-stündigen Workshop präsentierten wir den Aufbau und die Verwaltung des Leipziger Artikelindex. Dieser Index sorgt dafür, dass Sie im UBL-Katalog nicht nur Printbestände und eBooks finden, sondern auch zahlreiche Zeitschriftenartikel recherchieren können. Im Rahmen der finc-Nutzergemeinschaft stellen wir diesen Index auch 20 weiteren Bibliotheken zur Verfügung. Die Zahl der enthaltenen Datenquellen ist inzwischen auf über 70 angestiegen, diese führen zu über 50 Millionen suchbaren Artikeln im Katalog. Weiterlesen →

Eindrücke vom Tag der offenen Tür

Am Sonntag, den 7. Juni 2015, standen die Türen der Bibliotheca Albertina weit offen für alle Neugierigen. Und sie kamen. Der Andrang zwischen 10 und 18 Uhr war groß, der Besucherstrom ebbte nicht ab. Alle Benutzungsbereiche waren geöffnet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworteten Fragen und gaben Auskunft.

Leipzigerinnen und Leipziger nahmen erstaunt zur Kenntnis, dass die Bibliothek nicht nur von Studierenden oder Universitätsangehörigen genutzt werden kann und meldeten sich an. Viele wollten die Bibliothek selbständig erkunden oder einen Blick hinter die Kulissen werfen, die Arbeit der RestauratorInnen und BuchbinderInnen kennenlernen, bei Führungen die sonst nicht zugänglichen Magazine betreten oder Digitalisierung live erleben. Die 16 großen beleuchteten Glastafeln, die von den herausragenden Handschriften, den wertvollen Sammlungen und von der Geschichte des Hauses in der Beethovenstraße künden, vorgestellt vom Direktor der UBL, faszinierten die Besucher. Der Papyrus Ebers, der Codex Sinaiticus und die Philosophia wurden in Kurzvorträgen vorgestellt. Kinder waren eifrig dabei, ihre personalisierten Lesezeichen zu basten. Gefragt war auch der Expertenrat. Besitzerinnen und Besitzer alter und vielleicht wertvoller Bücher mussten Geduld mitbringen, ehe sie ihre Bücher auspacken konnten. Für das leibliche Wohl war Dank dem Café Alibi bestens gesorgt.

Viele der Besucherinnen und Besucher verabschiedeten sich mit der Frage: wann gibt es den nächsten Tag der offenen Tür?

2000 Bücher in 9 Vitrinen?

Werkstattbericht zur Ausstellung „Dokumente des lutherischen Glaubens. Die Kirchenbibliothek von St. Nikolai in Leipzig“

Ein Werkstattbericht bietet ein Forum für eine kritische Auseinandersetzung mit der Entstehung und dem Ergebnis eines Projekts – in unserem Fall der Ausstellung „Dokumente des lutherischen Glaubens. Die Kirchenbibliothek von St. Nikolai in Leipzig“. Gleichzeitig handelte es sich um ein Experiment, das in dieser Form erstmalig an der Universitätsbibliothek Leipzig am 09. April 2015 realisiert wurde.
Ziel war es, als Ausstellungsmacher mit Interessierten in Dialog zu treten und Einblicke in die kuratorische Arbeit zu ermöglichen. Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider machte in seiner Einführung deutlich, dass die Ausstellungen in der Bibliotheca Albertina sich nicht in erster Linie an ein Fachpublikum, sondern an alle Interessierten richten. Damit ist auch im Falle der laufenden Ausstellung klar, dass zeitgenössische theologische Fragen – die Bibliothek wurde 1597 gegründet – nicht erschöpfend dargestellt werden können. Deutlich werden soll vielmehr, was die Bibliothek auszeichnet, welche „Dokumente des lutherischen Glaubens“ sie beinhaltet und was sie von anderen um 1600 entstandenen und protestantisch geprägten Kirchenbibliotheken unterscheidet. Hierbei zeigt sich, dass es für eine Ausstellung von Vorteil sein kann, ohne einschlägiges Fachwissen – Theologie oder auch Kirchengeschichte – mit den Vorbereitungen zu beginnen: Die Gefahr, zu sehr ins Detail zu gehen und damit unverständlich zu werden, ist gering(er). Exponate, die nicht auf der (immer begrenzten) Ausstellungsfläche in den entsprechenden Zusammenhängen nachvollziehbar präsentiert werden können, scheiden aus.

Die Bibliothek selbst sowie die Ausstellungsräumlichkeiten erlauben und verlangen eine klare Aufteilung der Exponate: Auf der einen Seite des rechteckigen Ausstellungsraums wird die Geschichte der Nikolaibibliothek thematisiert, auf der anderen werden ihre exemplarischen „Dokumente des lutherischen Glaubens“ versammelt. Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeit „um 1600“, da die Bibliothek hier den stärksten Zuwachs verzeichnete und für die Gemeinde von besonderer Bedeutung war. Für die Seite der „Dokumente“ wurden Exponate ausgewählt, die für wichtige, aber bei weitem nicht alle theologische Auseinandersetzungen der Zeit stehen. Zur besseren Orientierung wurden sie den Abteilungen Streitschriften, Ordnung des Glaubens, Biblische Schriften und Kirchengeschichte zugeordnet. Weiterlesen →

Was Sie schon immer über Papyrologie wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten …

Fragen können Sie Prof. Reinhold Scholl am Donnerstag, den 11.9.2014, 19:00 Uhr. In seinem Vortrag  „Ägypten erle[[b]]sbar machen. Was Papyrologen so tun…“  in der Bibliotheca Albertina befasst er sich damit, was und warum Papyrologen tun, was sie tun und wie sie es tun.
Auch wenn der Forschungsgegenstand der Papyrologen weit in der Vergangenheit liegt, so sind ihre Methoden von Anfang an immer aktuell und innovativ oder gar ihrer Zeit weit voraus gewesen. Das gilt nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart. Papyrologen arbeiten fächer-, grenzen- und sprachübergreifend und als geisteswissenschaftliche Grundlagenwissen- schaftler sind sie Vorreiter im digitalen Zeitalter. Der Vortrag, zu dem Sie herzlich eingeladen sind, findet im Rahmen des Alfried Krupp Sommerkurses für Handschriftenkultur “Antike Texte aus dem Wüstensand @ Digitale Handwerkszeuge” statt.

Entdeckt – ein frühes Handschriftenzeugnis des Parzival von Wolfram von Eschenbach

Ein bislang unbekanntes Fragment des Parzival-Romans Wolframs von Eschenbach stellen Matthias Eifler und Dr. Christoph Mackert, beide Handschriftenzentrum der UB Leipzig, sowie Matthias Ludwig M.A., Vereinigte Domstifter, Domstiftsbibliothek Naumburg 24. Juni, 19 Uhr, in der Bibliotheca Albertina  vor. Es wurde vor kurzem am Handschriftenzentrum der Universitätsbibliothek Leipzig im Rahmen eines von der DFG geförderten Projekts zur Erschließung mittelalterlicher Handschriften aus kleineren Sammlungen Mitteldeutschlands entdeckt. Das Parzival-Fragment befand sich in einem Handschriftenband der Domstiftsbibliothek Naumburg, für den es im 15. Jahrhundert als Buchbindematerial verwendet worden war. Wolfram schrieb den Parzival im ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts. Die Handschrift, aus der das Fragment stammt, dürfte nur ein bis zwei Jahrzehnte später angefertigt worden sein. Sie wäre damit eines der frühesten erhaltenen Zeugnisse von Wolframs Dichtung.

Dazu Pressemeldung vom 24.06.2014 (PDF)

 

„Leipzig liest“ – in den Lesesälen

Ganz schön langweilig:  Lesen in Lesesälen. Keine Sauna, kein Friedhof und auch kein Friseurladen. Dafür eine richtige Bibliothek mit großen und kleinen Lesesälen. Und dort wird mal nicht gebüffelt sondern vorgelesen. “Leipzig hört” sozusagen. Gemeint ist die Bibliotheca Albertina, die sich in den vergangenen Jahren zu einem anziehenden Veranstaltungsort entwickelt hat.

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Wir freuen uns ab morgen wieder auf ein gemischtes Publikum, das unser Haus bevölkern wird: solche, die es noch nicht kennen und staunend in der Eingangshalle stehen oder solche, die sich zielgerichtet zu den Lesungen begeben. Manche kommen eine Stunde früher, um ja einen Platz zu ergattern und manche zu spät, rennend, um dann doch nur einen Stehplatz zu bekommen.
Auf alle Fälle ist eins sicher: es wird wieder eine ganz besondere Atmosphäre entstehen, voller Spannung, Information, Humor, aber auch Ruhe. Man würde die Stecknadel fallen hören, wenn es dazu käme. Und im Anschluss an die Lesungen sind die Gespräche mit den Autoren oder auch das Signieren des Gelesenen besonders emotionale Momente.
Da aber alles zwei Seiten hat, ist die zweite Seite in diesem Fall weniger emotional, sondern eher physischer Natur. Die Lesesäle müssen nämlich hergerichtet werden, das heißt Stühle drehen, tragen und rücken. Das ganze insgesamt zehn(!)mal, denn in den großen Lesesälen (West und Mitte) finden insgesamt 5 Veranstaltungen statt, soviel wie noch nie, und tagsüber ist dort Bibliotheksbetrieb. Das leitet auch gleich zu einer weiteren zweiten Seite über: der Schließung von Lesesälen ab 17 Uhr. In den letzten Jahren haben Sie, die BibliotheksnutzerInnen mit großem Verständnis auf diese Einschränkungen reagiert und sind nicht selten sogar sitzen geblieben und haben die Lesung verfolgt. Das lag auch daran, das wir großzügig waren und nicht auf der strikten Schließung bestanden haben. Wer Bücher braucht oder wen es nicht stört, das geräumt wird,  kann sich in den Rundgängen oder 3. und 1. Etagen aufhalten bis kurz vor Veranstaltungsbeginn. So soll es auch in diesem Jahr wieder sein. Wir würden uns aber auch freuen, wenn Sie wieder einfach nur den Stift fallen lassen, den Laptop schließen und am Lesefest teilhaben.

Morgen um 18 Uhr geht’s los und unser gesamtes Programm finden Sie hier:
http://www.ub.uni-leipzig.de/allgemein/veranstaltungsarchiv/veranstaltungen-2014/leipzig-liest-in-der-bibliotheca-albertina.html