Wer Bücher schenkt, schenkt Welten

Autorinnen: Patricia F. Blume & Sophia Manns-Süßbrich

Alastair Jollans übergibt der UBL seine einzigartige Sammlung von Tauchnitz-Büchern und eröffnet neue Horizonte des englisch-deutschen Kulturtransfers

Das Tauchnitz-Fieber hat die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) erfasst. Die Ursache misst etwa 12 mal 16 Zentimeter, ist klein und handlich, oft in rotem Einband oder als unscheinbare Broschur mit zurückhaltender Gestaltung; darin der literarische Kanon des 19. und frühen 20. Jahrhunderts von Autor*innen aus Großbritannien und den USA. Dazu die Gebrauchsspuren von Generationen von Leser*innen.

Mit der Tauchnitz-Faszination hat sich die UBL bei dem Briten Alastair Jollans angesteckt. Er trug über Jahrzehnte eine umfangreiche und beeindruckende Sammlung von Bänden aus dem Leipziger Tauchnitz Verlag zusammen. Am 10. Juni 2026 übergibt er sie feierlich der UBL.

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Leipzig liest 2026

Bibliotheken locken nicht nur zum Lesen an, sie können auch Orte sein, an denen Worte gesprochen, Gedanken vorgetragen, Wissen diskutiert werden kann. Das bewährte sich beim diesjährigen Leipzig-liest-Programm in der Bibliotheca Albertina wieder. Es gehört einiges dazu, eine entsprechende Atmosphäre aufmerksamen Lauschens für Lesungen zu erzeugen: zuallererst großartige Autor*innen und ein großartiger Ort. Die Anerkennung gilt deswegen unseren gelandenen Gästen und ihren vorgestellten Büchern:

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„Nun singet und seid froh“

Ms 1305 Ausschnitt des"In dulci jubilo" und UBL-Chor in der Bibliotheca Albertina

Im Chor an unserer Bibliothek.

Wer hätte das gedacht? Seit März 2025 haben wir an der UBL einen Chor! Mit 18 eingeschriebenen Sängerinnen und Sängern. Um Geschichte und Statistik etwas auszuführen: Eine Sprechmotette zur Verabschiedung unserer langjährigen Vizedirektorin Charlotte Bauer in den Ruhestand im Dezember 2024 war ein rauschender Erfolg. Von dieser Erfahrung beflügelt, ging im neuen Jahr eine Mail an die ca. 200 UB‑Adressen mit der Idee, einen Chor zu gründen. 20 Personen haben sofort geantwortet, also 10 Prozent! Zwei davon mit herzlichen Sympathiebekundungen und dem Zusatz, nicht singen zu können. 18 sagten zu, im Chor mitzumachen, davon vier Männerstimmen, was ein Fünftel ist. Davon können andere Chöre nur träumen. Auch Alt und Sopran, die tiefe und die hohe Frauenstimme, sind gut besetzt. Nun sind Zahlen bekanntlich Schall, der verraucht. Wie steht es mit dem vernehmbaren Schall?

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Dichterikone. GOETHE sammeln, erforschen, verehren, vermitteln

Ausstellungshinweis

Ausstellung aus Anlass des 100. Gründungsjubiläums der Leipziger Goethe-Gesellschaft (7. November 2025 bis 1. Februar 2026)

Schon wieder Goethe? Ja und nein. In Leipzig, dem Ort, wo der junge Jurastudent aus Frankfurt drei prägende Jahre seines Lebens zugebracht hat, fanden des Öfteren Ausstellungen statt, die ihn in den Mittelpunkt stellten: die erste 1849 zum 100. Geburtstag, die beiden letzten 1999 zum 250. Geburtstag Goethes. Diesmal aber ist der Fokus ein anderer, es geht nicht eigentlich um den „Dichterfürsten“, sondern um kulturelle Praktiken und die Bedeutungen, die Literatur und Autoren (seltener Autorinnen) in bestimmten historischen Kontexten zugeschrieben werden. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Leipziger Goethe-Gesellschaft. Hinzu kommt ein weiteres Jubiläum: Vor 200 Jahren wurde in Leipzig der Börsenverein des deutschen Buchhandels gegründet. Die Stadt veranstaltet deshalb 2025 das Themenjahr „Mehr als eine Geschichte. Buchstadt Leipzig“, und die UB Leipzig leistet mit der Sonderausstellung Dichterikone in der Bibliotheca Albertina ihren Beitrag zum Programm dieses Themenjahres.

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Unsere erste „Nacht der Bibliotheken“

Aufgeregte Kinderstimmen, Bastelkleber, ehemalige Studentinnen, Mediävisten und viele Leipziger*innen trafen am 4. April 2025 an der Universitätsbibliothek Leipzig aufeinander. Gleich an vier Standorten begrüßten wir Neugierige und Abenteuerlustige zur ersten bundesweiten „Nacht der Bibliotheken“.

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Leipzig liest 2025

Die Veranstaltungen von Leipzig liest 2025 in der Bibliotheca Albertina vom 26. bis 29. März waren auch dieses Jahr wieder ein fulminanter Erfolg für alle Literatur-Liebhaber*innen. Rund 1.000 Besuchende verteilt auf sechs Veranstaltungen durften wir im Café Alibi, im Vortragssaal und im Lesebereich West begrüßen. Ein Highlight war sicherlich der Besuch der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. Wir teilen die Eindrücke dieser spannenden Abende!

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Die Buchmesse in der DDR

Leipziger Buchmesse 1989, Foto: Gerhard Hopf/Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Ein Fundstück zum Themenjahr „Buchstadt Leipzig“

Die Schwarz-Weiß-Aufnahme nimmt uns mit in eine andere Zeit. Es ist März 1989. Zwar regt sich in Leipzig und anderswo an vielen kleinen Punkten schon Widerstand gegen den Staat und die Einengung, aber im Großen und Ganzen geht alles seinen sozialistischen Gang. Wie jedes Jahr findet die Internationale Leipziger Buchmesse innerhalb der großem Leipziger Frühjahrsmesse statt. Bücher sind also nicht die einzigen Waren, die auf der Handelsschau gezeigt werden. Maschinen, Werkzeuge und andere technische Güter finden sich in den Hallen auf dem weitläufigen Gelände der Technischen Messe nahe des Völkerschlachtdenkmals. In den Messehäusern der Innenstadt gibt es Porzellan zu sehen, Möbel, Musikinstrumente, Nahrungsmittel, Schmuck und Uhren, Schuhe und Spielwaren.

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Verstrickt?

Siegel der deutschen Botschaft in Kairo

Die Fäden der Papyruserwerbungen zurückverfolgen

Das Thema der kolonialen Kontexte ist in Bibliotheken angekommen.1

So beginnt der Bericht eines zweitägigen Workshops, der im November 2023 an der Staatsbibliothek zu Berlin veranstaltet wurde. Einer der zahlreichen Vorträge thematisierte einen problematischen Erwerbungskontext in der Papyrussammlung der SUB Hamburg. Für die Papyrussammlung der Universitätsbibliothek Leipzig können wir die Provenienz eines Teils der Papyri zurückverfolgen, während wir zum Herkommen des größeren Teils der Papyri nichts wissen. Unabhängig davon stellte ich mir als Kustodin unserer Sammlung die Frage: Haben wir hier in Leipzig bisher die Provenienz der Papyrussammlung schon kritisch beleuchtet? Das bildete den Auslöser dafür, im Jahr 2025 den EinBlick #6 „Unsere Papyri – wirklich unsere?“ zu gestalten und die vier Abende in der Vortragsreihe der Papyrussammung an Themen zu Provenienz und kolonialen Kontexten auszurichten.

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„Im Dunstkreis der Politik“ – Heisenbergs Tochter Barbara Blum im Interview

Vortrag über Verdienste und Konflikte des Nobelpreisträgers am 7. November

Beitrag von Susann Sika (Pressereferentin der Universität Leipzig)

Werner Heisenberg, einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts, erhielt 1932 den Nobelpreis für die Begründung der Quantenmechanik. Im Zweiten Weltkrieg forschte er im „Uranprojekt“ an Einsatzmöglichkeiten der Kernspaltung, geriet aber auch in Konflikt mit den Nationalsozialisten, da er Kontakte zu jüdischen Wissenschaftler:innen hatte. Heisenbergs Tochter Barbara Blum hält am 7. November 2024 im Rahmen der Vortragsreihe „Werner Heisenberg in Leipzig“ in der Bibliotheca Albertina den Vortrag „Im Dunstkreis der Politik“, in der es vor allem um Heisenbergs Zeit in Leipzig von 1927 bis 1942 geht. Im Interview berichtet Blum über die schwierigen Zeiten, die ihr Vater in seiner Zeit als Professor an der Universität Leipzig erlebte. Sie befasst sich unter anderem mit der Frage, ob man die reine Wissenschaft von der Politik trennen kann. 

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