Die räuberische Zeitschrift…

 …oder woran man die Qualität wissenschaftlicher Journale erkennen kann

Das Open Science Office der Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) unterstützt Wissenschaftlerinnen  und Wissenschaftler auch bei Publikationen in OA-Zeitschriften. Dabei prüft es seit vier Jahren die Qualität wissenschaftlicher Zeitschriften. Diese Arbeit wird umso wichtiger, als dass in der Wissenschaftscommunity zunehmend Stimmen ob der mangelnden Seriosität und Qualität vermeintlich wissenschaftlicher Zeitschriften kursieren. In folgendem Beitrag erläutern die Kolleginnen und Kollegen vom Open Science Office anhand von Beispielen, woran man solche „betrügerischen“ Zeitschriften erkennen kann und geben wichtige Hinweise für die Einschätzung deren Qualität.

Anzahl Zeitschriften in…
…PubMed: 5.634
…Directory of Open Access Journals: 10.286
…Web of Science Core Collection: 11.791
…Scopus: 37.979

Die Legende von der räuberischen Zeitschrift – engl. Predatory Journal  – geht so: Sie verführt den zum Publish or Perish verdammten Wissenschaftler zur schnellen und einfachen Publikation gegen Bezahlung einer gewissen Summe. So macht sie entweder am Naiven oder gar am Mutwilligen regelmäßig fette Beute.

In der Realität ist der Übergang zwischen Schwarz und Weiß aber immer noch Grau und fließend und wir sind im Open Science Office daher nicht besonders traurig über die Abschaltung der Beall’schen Blacklist zum Anfang des Jahres. Dennoch: Seit der Gründung der ersten wissenschaftlichen Zeitschrift im Jahre 1665 ist viel passiert und die Lage wird zunehmend unübersichtlich. Unter den geschätzt mindestens 40.000 wissenschaftlichen Zeitschriften gibt es neue Titel bei bekannten Verlagen, neue Verlage mit bekannten Strategien, neue Begutachtungsverfahren und verlagsunabhängige Initiativen bis hin zu radikalen Open-Access-Verfechtern. Wie soll man da den Überblick behalten oder als wissenschaftlicher Nachwuchs eine Übersicht überhaupt erst erlangen?

Vor dieser Frage stehen wir auch im Open Science Office, denn der Open-Access-Publikationsbereich ist besonders innovationsfreudig. Im Folgenden geben wir daher einige Anregungen, woran man sich bei der Beurteilung einer Zeitschrift orientieren kann und was dabei zu beachten ist. Wie kann ich als Autor oder Autorin sicherstellen, dass die Früchte einer Forschungstätigkeit in einem möglichst reputablen Journal erscheinen?

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Ein heißer September trotz niedriger Temperaturen

Das Team der Videospieleforschung an der Universitätsbibliothek Leipzig hat einen ereignisreichen Monat hinter sich

Auch wenn der September 2017 mit seinen durchschnittlichen 20° C eher in der Norm lag, war er für das diggr-Team doch außergewöhnlich heiß. Viele in den vergangenen Monaten im Projekt gesponnene Fäden liefen in diesen vier Wochen zusammen und markierten einen wichtigen Meilenstein – darüber wird im Folgenden berichtet. Weiterlesen →

Eine Woche voller kodikologischer Detektivarbeit und neuer Entdeckungen

Arbeit mit Hs.kurs

Der Sommerkurs zur Handschriftenkultur des Mittelalters

Vom 17. bis 23. September 2017 fand der 6. Alfried Krupp-Sommerkurs für Handschriftenkultur unter dem Titel „Handschriftenkultur des Mittelalters für Fortgeschrittene“ in der Bibliotheca Albertina statt. An dem durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und den Mediävistenverband e.V. geförderten und interdisziplinär ausgerichteten Kurs nahmen 21 Studierende und Doktorierende aus sieben Ländern teil.

Das Ziel des Kurses war es, den Teilnehmenden eine vertiefte Einführung in die vielseitige Arbeit mit mittelalterlichen Handschriften zu geben, sowohl durch Lehreinheiten mit mediävistischen Fachleuten als auch durch praktische Übungen und intensive Arbeit an den Originalen: Aus dem reichen Bestand der UB Leipzig wurde für den Kurs etwa ein Dutzend noch größtenteils unerschlossener Handschriften ausgesucht, die die Teilnehmenden in kleinen Gruppen bearbeiteten. Weiterlesen →

Experimente im Video

JoVE gibt Einblicke in Forscher-Labore

Die UBL hat bis Ende 2018 das Biologie- und Medizin- Video-Journal von JoVE (Journal of Visualized Experiments) testweise lizenziert.

In JoVE können Wissenschaftler ihre Manuskripte und dazugehörige professionell produzierte Videos publizieren. So kann die Fachcommunity vom Wissen anderer Forschungsgruppen profitieren und dadurch Material und Zeit sparen. Die Videos führen in das Experiment ein, zeigen die reale Durchführung und die Auswertung der Ergebnisse.
JoVE-Veröffentlichungen durchlaufen zunächst einen Peer-Review-Prozess, um die Qualität sicherzustellen und werden im Anschluss mit den Forschenden im Labor aufgezeichnet. Das Manuskript (inkl. Quellenangaben und detaillierter Beschreibung des Experiments) sowie das fertige Video stehen dann online zur Verfügung. Dort kann das PDF heruntergeladen und das Video beliebig oft angesehen werden.

Außerdem stehen in vielen Gebieten (Chemistry, Physics usw.) Open Access Veröffentlichungen zur Verfügung, die frei zugänglich sind. JoVE-Artikel können Sie zum Beispiel in unserem Katalog finden. Gerade im medizinischen Kontext können Sie auch wie gewohnt Literaturrecherchen in PubMed durchführen und dort ebenfalls Treffer im J. Vis. Exp., also JoVE, angezeigt bekommen.

Jeder JoVE Artikel besitzt eine DOI und kann wie gewohnt mit Autor, Titel, Journal und Identifier zitiert werden. Die Quellenangabe wird jeweils auf Artikelebene angezeigt und kann einfach in Ihr Literaturverwaltungsprogramm exportiert werden.
Bei Fragen zu diesen Themen können Sie sich gern an Claudia.Woeckel@medizin.uni-leipzig.de wenden.

Bildquelle: Drew Hays/Unsplash

Open Source Software für Bibliotheken

In Hamburg treffen sich die Anwender der Katalogsoftware VuFind

Die Community, die das Open Source-Discoverysystem VuFind in Deutschland nutzt, kommt am 28. und 29. September 2017 zum jährlichen Anwendertreffen in der SUB Hamburg zusammen. Mit tub.find, beluga und dem frühen Projekt bachelopac hat die Anwendung von VuFind eine lange Geschichte und viele Anwender in Hamburg. Wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung! Das Programm ist online auf vufind.de zu finden.

Die UB Leipzig ist bei diesem Treffen mit einigen Beiträgen vertreten: Weiterlesen →

Rückgabe geraubter Bücher an Freimaurerloge

Unterzeichnung der Übergabeprotokolle mit Vertretern der BSB (Dr. Stephan Kellner), der ZLB (Sebastian Finsterwalder) und der UBL (Cordula Reuß) durch den Nationalen Großmeister der Loge

Drei Bibliotheken, darunter auch die UBL, gaben am 27. Juli 2017 gemeinsam über 80 geraubte Bücher an Berliner Freimaurerloge zurück

Die UBL hat mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien in einem Projekt von 2009 bis 2011 systematisch nach unrechtmäßig erworbenen oder übernommenen Beständen aus der Zeit von 1933 bis 1973 gesucht. Dabei konnten ca. 5.000 Bände mit Verdacht auf NS-Raubgut ermittelt werden, die in einer Datenbank erfasst sind.

Restituiertes Buch mit der Zugangsnummer 37 Td 1540


Restituiertes Buch mit der Zugangsnummer 37 Td 1540

Die Suche nach ihren Besitzern, die juristische Klärung der Eigentumsverhältnisse sowie die Kontaktaufnahme und schließlich die Rückgabe an die rechtmäßigen Eigentümer sind dabei ein langer Prozess.

Am 27. Juli 2017 wurden nun bei einem gemeinsamen Termin mit der Bayerischen Staatsbibliothek München (BSB) und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) insgesamt 80 Bücher aus dem Besitz der in Berlin ansässigen Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ (GNML) präsentiert und überreicht. Die UBL übergab dabei 22 Titel aus dem Besitz der Loge „Zur goldenen Mauer“ Freiberg, deren Rechtsnachfolger die Nationalloge ist. Weiterlesen →

Openness an der UBL – von der Befreiung unserer Daten

Offenheit ist an der UBL schon seit Jahren Programm. Wir setzen an vielen Stellen Open-Source-Software ein und entwickeln sie weiter (Paradebeispiel ist unser Katalog) und betreiben für die Forschenden an der Universität Leipzig ein Open Science Office. Was zunächst vielleicht vage klingt – ›offen‹ bzw. ›open‹ sind nun mal Modewörter –, hat durchaus Methode: Bibliotheken strukturieren Wissen, sie schaffen Daten und auch Medien. Das können Katalogdaten sein, Software und gescannte Dokumente, aber auch Fotos und Schulungsmaterial. Wer über Offenheit in Bibliotheken spricht, meint: Diese Güter sollten Bibliotheken nicht horten oder gar vermarkten, sondern sollten sie der Allgemeinheit zurückgeben. Weiterlesen →

Lesen und lesen lassen: Text- und Data-Mining in lizenzierten Ressourcen der UBL

Stellen Sie sich vor, ein gefährliches Virus bricht aus.

Meldungen über Neuinfektionen häufen sich und Sorge macht sich in der Bevölkerung breit. Unter Zeitdruck suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach einer Gegenstrategie – und stehen zunächst vor einem Berg an Fachliteratur, der unmöglich in kurzer Zeit zu lesen ist.

Ansicht des Kapsids (Proteinhülle) des Zika-Virus (David Goodwill / Wikimedia Commons, CC-BY 4.0, unverändert)

So geschah es im vergangenen Jahr beim Ausbruch des Zika-Virus in Südamerika. Der Chemiker und Open-Science-Aktivist Peter Murray-Rust konnte zeigen: Für einen ersten Überblick ist es nicht nötig, hunderte wissenschaftliche Fachartikel zu lesen. Es ist besser, sie lesen zu lassen – von einer Software, die Informationen aus Texten extrahiert. Welche Themen tauchen im Kontext von Zika auf? Lässt sich die Verbreitung des Virus eindämmen oder gibt es Ansätze zur Therapie der Krankheit?

Dies ist nur ein Beispiel für eine Methode namens Text-Mining. Je nachdem, wie strukturiert die durchsuchten Quellen vorliegen, spricht man auch von Data-Mining oder allgemein von Text- und Data-Mining (TDM). TDM wird in nahezu allen Forschungsbereichen angewandt. (In diesem Artikel von Bastian Drees finden Sie viele weitere Beispiele und Details.) Forschende, die mit der Methode des TDM arbeiten, sind immer auf den uneingeschränkten Zugang zu Texten und Daten angewiesen. In der Praxis ist das kein Problem bei gemeinfreien Werken oder Open-Access-Publikationen. Komplexer ist die Rechtslage bei aktueller wissenschaftlicher Fachliteratur, wo der Zugang durch Lizenzierung erworben werden muss: Manche Lizenzverträge erlauben TDM, manche nicht. Erst die Novellierung des deutschen Urheberrechtsgesetzes, die im März 2018 in Kraft tritt, sieht eine allgemeine Erlaubnis von TDM unter gewissen Einschränkungen vor (Gesetzentwurf, §60d).

Auf dieser Seite erhalten Sie bis dahin Auskunft darüber, ob unsere Lizenzen die Erlaubnis zu TDM beinhalten. Benötigen Sie Informationen zu den genauen Nutzungsbedingungen dieser Bestände oder Unterstützung beim Zugriff, so wenden Sie sich bitte an das Open Science Office.

Besuch aus Moskau – gelebte Open Source-Community

v.l.n.r. André Lahmann, Mike Shubin, Aleksandr Kozhevnikov, David Aumüller, Leander Seige

Vom 15. bis 17. Mai hatten wir ganz besonderen Besuch: zwei Kollegen von der M.-I.-Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur Moskau hospitierten für drei Tage und informierten sich über die Integration des Discovery Systems VuFind in die IT-Infrastruktur der UB Leipzig.

Die M.-I.-Rudomino Bibliothek für ausländische Literatur Moskau ist einzigartig in Russland. Sie sammelt seit 1922 Literatur aus aller Welt und stellt mit ihren Beständen ein Schaufenster für die unterschiedlichsten Kulturen und deren literarische Werke der gesamten Welt dar. Um diesen inhaltlich vielfältigen Bestand besser zugänglich zu machen, werden an der M.-I.-Rudomino Bibliothek u.a. Übersetzungen ins Russische angefertigt. Darüber hinaus soll der Bestand aber auch durch moderne Rechercheinstrumente besser zugänglich werden, weshalb an der M.-I.-Rudomino Bibliothek derzeit eine Evaluation von Discovery Systemen stattfindet. Weiterlesen →