Bestands- und Objektgeschichten erzählen, Unrechtskontexte aufarbeiten

Provenienzforschung an der UBL und ihre Vermittlung

Bücher, Handschriften und andere historische Schriftstücke erzählen viel mehr als die Geschichten der Texte und Bilder, die in ihnen zu finden sind. Zuweilen verraten sie uns auch etwas über ihre eigene (Vor-) Geschichte. So bezeugt beispielsweise ein Stempel mit der Inschrift „Zionistische Volks-Lesehalle und Bibliothek zu Leipzig“, dass der im Jahr 1900 erschienene Druck des hebräischen Lustspiels „ha-śorer be-veto“ („Der Herrscher im eigenen Haus“) von Israel Chaim Tawiow der „jüdischen Lesehalle und Bibliothek“ gehörte. Diese war eine von bislang neun in Leipzig für das beginnende 20. Jahrhundert nachweisbaren jüdischen Bibliotheken und Lesehallen. 1937 wurde sie mit der Gemeindebibliothek der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig zusammengelegt. Das gestempelte Exemplar ist das einzige derzeit bekannte Buch, das aus dieser vereinigten Gemeindebibliothek erhalten ist. Denn der Bestand wurde während der Novemberpogrome 1938 durch Feuer vernichtet.

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Sieben(einhalb) Fragen an … Cordula Reuß

Mit Cordula Reuß müssen wir leider bald die nächste hochgeschätzte und langjährige Mitarbeiterin der UB Leipzig in den Ruhestand verabschieden. Wir lassen sie zwar gehen, wenn auch nur sehr ungern, aber nur weil sie uns noch die entscheidenden sieben(einhalb) Fragen beantwortet hat. Wir hätten gern noch viel mehr fragen wollen.

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Wenn Bücher reden könnten … (Folge 5)

Ein Buch aus dem Besitz der Anglistin Helene Richter

Am 13. April 2022 ist der „Tag der Provenienzforschung“. Aus diesem Anlass soll an dieser Stelle wieder von der Forschung nach unrechtmäßig erworbenen Büchern an der Universitätsbibliothek Leipzig berichtet werden. Nachdem über ein drittmittelfinanziertes Projekt von 2008 bis 2011 Teilbestände der Bibliotheca Albertina aus dem Erwerbungszeitraum 1933–1973 durchgesehen wurden – die Ergebnisse sind u. a. in einem Ausstellungskatalog und im Katalog der UB sichtbar  – untersuchten die Projektmitarbeitenden auch nach dem Ende des Projektes weitere Bestände nach unrechtmäßig erworbenen Büchern, die in der Zeit des Nationalsozialismus geraubt wurden.

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