Wissenschaftlich Arbeiten am Strand!?

Mit digitalen Angeboten für die Kommunikations- und Medienwissenschaften erfolgreich in den Sommerferien durchstarten

Ein weiteres digitales Semester nähert sich dem Ende und schon wieder stehen diverse Haus- oder Abschlussarbeiten an. Zwar bieten wir inzwischen in allen Standorten der Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) wieder längere Öffnungszeiten an; durch die zahlreichen digitalen Angebote muss man die Sommerferien aber nicht zwingend in der Bibliothek verbringen und kann auf große Teile der benötigten Literatur von überall zugreifen. Wie das geht, erklären wir in diesem Beitrag, indem wir einen Überblick über die  wichtigsten Recherchemöglichkeiten für die Kommunikations- und Medienwissenschaften geben. Das Prinzip gilt aber eigentlich für alle Fächer gleichermaßen. Einem kreativen Sommerurlaub steht also nichts mehr im Wege!

Fachinformationsdienst (FID) adlr.link

Screenshot der Internetseite des Fachinformationdienstes adlr.link

Das zentrale fachspezifische Suchportal für die Recherche in den Fächern Kommunikations-, Medien- und Filmwissenschaft bietet der Fachinformationsdienst adlr.link, der sogar an der UBL beheimatet ist. Hier können Nutzer*innen in rund 3 Mio. Datensätzen nach Büchern, Zeitschriftenartikeln, audio-visuellen Medien und Onlineressourcen recherchieren. Man kann außerdem Artikel oder Kopien aus Büchern, die nicht im Bestand der UBL sind, mit einem Klick bestellen, hat Zugriff auf zahlreiche Open-Access-Dokumente und kann sich AV-Medien auf den eigenen Rechner herunterladen – z. B. Sendungen und Beiträge aus den öffentlich-rechtlichen Mediatheken oder zahlreiche Filme aus dem Internet Archive. Zudem informiert adlr.link über aktuelle Print-Neuerscheinungen. Neue Bücher können zur Ausleihe bestellt werden und landen dann direkt im eigenen Briefkasten. Für Wissenschaftler*innen bietet adlr.link außerdem Zugriff auf die Pressedatenbanken von FAZ, Süddeutscher Zeitung, BILD, SPIEGEL, Stern und die ZEIT.

Es gibt übrigens Fachinformationsdienste für fast alle Fachbereiche: Wie man dort für das eigene Fach die maßgeschneiderte Literatur gezielt suchen und finden kann, haben wir vor einiger Zeit in einem gesonderten Blog-Beitrag gezeigt.

Weitere Fachdatenbanken für die KMW

Zur Recherche nach wissenschaftlichen Aufsätzen nutzt man am besten Fachdatenbanken im Datenbank-Informationssystem (DBIS) – zu erreichen über den Menüpunkt „Recherche“ auf der UBL-Webseite. Dort kann man gezielt Fachdatenbanken auswählen und darin nach Literatur zu spezifischen Fragen suchen. Ein weiterer wichtiger Vorteil der Fachdatenbanken ist, dass sie meist einen direkten Zugriff auf den Volltext der gewünschten Publikation bieten bzw. über den sogenannten Linkresolver zu dem entsprechenden Bestand an der UBL (sofern vorhanden) führen.

Für das Fachgebiet Medien- und Kommunikationswissenschaften, Publizistik, Film- und Theaterwissenschaft sind in DBIS aktuell 280 bibliographische, Volltext-, Fakten- und Bilddatenbanken, Zeitungen, Portale und Nachschlagewerke sowie Adress- und Firmenverzeichnisse, Bestands- und Buchhandelsverzeichnisse gelistet. Die wichtigsten TOP-Datenbanken stehen gleich am Anfang des Fachgebiets. Dazu zählen die fachspezifischen Datenbanken Communication and Mass Media Complete mit direkten Zugriffen auf Volltexten auf über 520 Zeitschriften, sowie OLC Medien- und Kommunikationswissenschaften – Online Contents und OLC Film und Theater – Online Contents, die Inhaltsverzeichnisse von fachrelevanten Zeitschriften erschließen.

Screenshot der Internetseite des Fachrepositoriums für die Medienwissenschaft media/rep

Eine weitere TOP-Datenbank ist das Fachrepositorium für die Medienwissenschaft media/rep/, welches in Zusammenarbeit des Instituts für Medienwissenschaft und der Universitätsbibliothek der Philipps-Universität Marburg betrieben wird. Es verzeichnet Aufsätze, Bücher und (zukünftig) audio-visuelles Material im Open Access, die bereits über den Katalog vom adlr.link sowie über den UBL-Katalog recherchierbar sind. Außerdem können Autor*innen ihre wissenschaftlichen Publikationen auf diesem zentralen Open-Access-Repositorium für die Medienwissenschaft kostenfrei selbst archivieren und so der medienwissenschaftlichen Community sowie der interessierten Öffentlichkeit frei zur Verfügung stellen.

Aber auch fächerübergreifende, multidisziplinäre Angebote finden sich unter den TOP-Datenbanken, wie die führende internationale Aufsatzdatenbank für die Geistes- und Sozialwissenschaften IBZ Online oder die historischen Zeitschriften vom Periodicals Index Online. In all diesen Datenbanken wird übrigens über den Linkresolver die lokale Verfügbarkeit an der UBL angezeigt.

Mehrere Stappel internationaler Zeitungen

Gut geeignet als empirische Datenbasis sind die Datenbanken Nexis Uni, die fachübergreifende Presseinformationen internationaler Nachrichtenagenturen im Volltext enthält und Recherchen zu Personen, Wirtschaftsanalysen, in Länderberichten sowie Firmendatenbanken bietet, oder WISO, dessen Modul „WISO Presse“ Artikel aus über 180 Zeitungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie Firmen- und Personeninformationen und Marktdaten recherchierbar macht. Das Portal PressReader wiederum ermöglicht rückwirkend für mindestens 60 Tage den Volltextzugriff auf über 7.000 internationale, nationale und regionale Tageszeitungen sowie Magazine aus 100 Ländern und in 60 Sprachen und ermöglicht damit Analysen kompletter Zeitungsausgaben.

Eine interessante Informationsquelle insbesondere für Praktiker*innen bietet auch die biographische und Faktendatenbank Munzinger Archiv Online, in der Wissenswertes über Länder und Personen, über die Welt des Sports oder auch über das Zeitgeschehen in aller Welt recherchiert werden kann.

E-Books

Eine Person liest ein E-Book in der Hängematte

Neben der Arbeit in den Datenbanken kann man von zu Hause aus auch zahlreiche E-Books online lesen oder herunterladen. Die E-First-Strategie in der Literaturerwerbung an der UBL, nach der wir bevorzugt E-Books statt Printbücher kaufen und konsequent E-Book-Pakete wichtiger Verlage lizenzieren, hat sich für die digitale Lehre in der andauernden Corona-Pandemie besonders ausgezahlt. So lassen sich über unseren Katalog unzählige E-Books für den Bereich KMW finden, viele davon auch im Open Access. Dazu gehören Titel der Verlage Brill, Cambridge University Press, De Gruyter, Duke University Press, Springer, Taylor & Francis, UTB u. v. m. Wie man die Literaturrecherche im Online-Katalog optimal gestalten kann, zeigen wir übrigens in diesem kurzen Video-Tutorial. Vorbei ist das Bücher-Schleppen in die Ferien, es leben die digitalen Medien!

Elektronische Zeitschriften

Eine wichtige Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens sind wissenschaftliche Zeitschriften. Für alle, die direkt mit Zeitschriften arbeiten wollen: Einen Zugang darauf bietet die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB), die ebenfalls unter dem Menüpunkt „Recherche“ auf der UBL-Webseite zu finden ist. Im Unterschied zum Katalog sind hier, neben den von der UBL lizenzierten, auch freie und nur durch andere Bibliotheken lizenzierte E-Journals verzeichnet. Für das Fachgebiet Medien- und Kommunikationswissenschaften, Publizistik sind in der EZB aktuell rund 1.880 elektronische Zeitschriften gelistet. Wie die elektronischen Zeitschriftenbestände der UBL genutzt werden können, wird hier erklärt. Zeitschriftenartikel der von der UBL lizenzierten E-Journals sind aber auch über die Katalogsuche recherchierbar.

Recherchieren wie ein Profi

Mit Scrabble-Steinen gelegte Wörter: vertikal MAKE, horizontal PLAN; beide Wörter kreuzen sich beim A, sodass der Satz MAKE A PLAN entsteht.

Wertvolle Tipps und Tricks zur Optimierung der Literaturrecherche gibt dieser Blog-Beitrag unserer Fachreferentin Martina Görlitz. In mehreren How-To-Videos auf dem YouTube-Kanal der Universität Leipzig erklären wir außerdem kurz und bündig einzelne Recherchetechniken, mit denen Suchabfragen gezielt gestaltet werden können, um möglichst genaue Suchergebnisse zu erzielen.

Und noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Um auf alle von der UBL lizenzierten elektronischen Angebote bequem von heimischem Rechner aus zugreifen zu können, benötigt man den VPN-Client – eine kurze Anleitung dazu gibt es hier.

Steg in einen See unterm blauen Himmel, rechts vom Steg - dicker brauner Schilf, links nur vereinzelt

Nun hoffen wir, dass wir Sie mit den notwendigen Werkzeugen für eine erfolgreiche Literatur-recherche von zu Hause aus ausgerüstet haben, und wünschen Ihnen viel Inspiration und Schaffenskraft für alle anstehenden wissenschaftlichen Arbeiten in den Sommerferien. Und bitte: vergessen Sie nicht, ab und zu auch mal den Rechner auszuschalten und in einen See zu springen. Danach arbeitet es sich gleich besser!

Von Adriana Slavcheva und Sebastian Stoppe

Zu den Autoren

Dr. Adriana Slavcheva ist Open-Access-Referentin für die Geistes- und Sozialwissenschaften im Open Science Office und seit Januar 2021 auch Fachreferentin für die Kommunikations- und Medienwissenschaften an der UBL. Dr. Sebastian Stoppe ist Projektkoordinator des Fachinformationdienstes für Kommunikations-, Medien- und Filmwissenschaft adlr.link, der ebenfalls an der UBL beheimatet ist. Beide stehen gern für Fragen rund um die (digitalen) Angebote für die Kommunikations- und Medienwissenschaften zur Verfügung.

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