Aus PressDisplay wurde PressReader

Elektronische Tageszeitungen an der UBL gibt es schon eine ganze Weile, oft sozusagen „Huckepack“ mit diversen Datenbanken (wiso, LexisNexis), wo sie gar nicht explizit als solche wahrgenommen werden.

Aber auch, wenn der geneigte Leser im täglichen Leben zunehmend dem Knistern von Papier entfremdet wird, möchte er seine Tageszeitung im altbekannten Format mit Text in Blockspalten und möglichst bunt bebildert nicht missen und ist da, wie wir wissen, auch nicht sehr kompromissbereit.

Deshalb wurde durch die UBL im Jahr 2008 nach einem Test mit durchweg positivem Feedback der Entschluss gefasst, das weltweit einzige verfügbare Portal mit Online-Tageszeitungen (Verlag: NewspaperDirect Inc., Vancouver, Canada) zu lizenzieren, das alle Seiten der angebotenen Zeitungen und Magazine im Originalformat darstellt.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war auch die Möglichkeit, unseren zahlreichen ausländischen Studierenden tagaktuelle Informationen aus ihren Heimatländern oder wenigstens in ihrer Muttersprache anzubieten, denn Zeitungen aus dem deutschsprachigen Raum sind ja in unseren Zweigbibliotheken in einer gut abgestimmten Auswahl einzusehen.

Das Benutzerecho nach Überführung des Tests in ein Regelangebot klang so:

…“an Tagesaktualität und Benutzerfreundlichkeit ist dieser Service nicht zu überbieten, auch und schon gar nicht von den Onlineangeboten der Zeitungen selber.“

 Oder so:

„Es freut mich sehr, dass die UB … mehr zu elektronischen Angeboten tendiert. Nur muss dies auch kundgetan werden. Ich kenne viele Mitstudierende, die von den elektronischen Datenbanken in der UB noch nie etwas gehört haben“…

Nun, an der Situation hat sich weder mit Sicht auf die Onlineangebote der Zeitungen noch auf den Bekanntheitsgrad der durch die UBL lizenzierten Datenbanken viel geändert, obwohl seither sehr viel getan wurde, um letztere einem möglichst breiten Nutzerkreis bekannt zu machen und den effektiven Umgang mit ihnen zu vermitteln.

Was PressDisplay betrifft, wurde eine Zeit lang sogar versucht, unseren Besuchern das Angebot auf Großmonitoren in der Bibliotheca Albertina und der Campus-Bibliothek nahezubringen.

Aber wer lässt sich beim Zeitunglesen schon gern über die Schulter sehen 😉 ?

Inzwischen wurde auch immer wieder über Sinn und Unsinn eines möglichst breiten Angebots von elektronischen Zeitungen für unsere Benutzer diskutiert. Den ursprünglichen Anbieter in Deutschland (Swets) gibt es nicht mehr und der Name des Produkts hat sich von PressDisplay zu PressReader gewandelt.

  • Immer noch fehlen aufgrund von Vorbehalten der Verlage wichtige Tageszeitungen, vor allem aus dem deutschsprachigen Raum,
  • immer noch sind Titel enthalten, von denen man meinen könnte, dass sie nie einer liest,
  • immer noch ist nach spätestens 60 Tagen Schluss mit der Rückblende (wer hebt eigentlich seine abonnierte Tageszeitung länger als 60 Tage auf?) und
  • immer noch gibt es die Meinung, man sollte doch lieber mehr Geld für Zeitungen auf richtigem Papier ausgeben,

aber:

  • Immer noch wird das wenig propagierte Angebot ganz gut genutzt (1928 Mal im letzten Jahr),
  • immer noch gibt es keine andere Möglichkeit des fast tagaktuellen Zugangs zu 2537 Zeitungen und 2405 Magazinen aus über 100 Ländern in mehr als 60 Sprachen und
  • immer noch ist es das einzige Angebot, bei dem man wirklich die ganze Zeitung im Originallayout lesen kann.

Neben dem „Tagesspiegel“ und der „Hamburger Morgenpost“ waren „Le Monde“ und „The Guardian“ im letzten Jahr die Renner, die fast täglich ihre Leser hatten.

Im Laufe der Jahre hat sich das Produkt natürlich weiterentwickelt.
Das Knistern beim animierten Umblättern aus den Anfangsjahren fehlt leider, dafür gibt es jetzt ein recht gut funktionierendes Übersetzungstool. Man kann jeden einzelnen Artikel drucken, speichern und mit anderen via E-Mail oder über Social Media-Kanäle teilen. Neben einer Blogfunktion gibt es sogar die Möglichkeit, sich die Texte in der jeweiligen Sprache vorlesen zu lassen oder man erhält nach Registrierung jedes Mal eine Mail, wenn es neue Artikel zu bevorzugten Themen gibt.

Natürlich gibt es auch eine erweiterte Suche nach Titeln, Autoren, Datum und Sprachen.

Wenn Sie neugierig geworden und im Uni-Netz angemeldet sind, wählen Sie doch einfach mal unter http://www.pressreader.com/catalog etwas nach Ihrem Geschmack aus und lassen sich von der Vielfalt der angebotenen Titel und Möglichkeiten überraschen.

Falls das Gesuchte nicht dabei ist, denken Sie daran, dass PressReader keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und auch nicht erheben kann, da es von der Politik der Verlage abhängt, was angeboten werden kann und was nicht. Sehr wahrscheinlich finden Sie die gesuchten Inhalte aber in einer anderen der 4942 Quellen. Vielleicht sogar unter einem neuen Blickwinkel?

Bestimmt wird es auch in diesem Jahr wieder eine Diskussion über Fortführung oder Einstellung der Lizenzierung zugunsten anderer Formate oder Produkte geben.

Was meinen Sie dazu?

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