Googlest du noch oder recherchierst du schon?

Googlest du noch oder recherchierst du schon?

Tipps zur thematischen Suche

Ach ja, ich sollte jetzt anfangen, mir Gedanken zur Hausarbeit zu machen, die in diesem Semester abzugeben ist. Aber erstmal muss ich noch mein Seminarreferat vorbereiten. Wäre das nicht eigentlich auch etwas für meine Abschlussarbeit? Aber wie und wo finde ich denn dazu nun die passende Literatur, wissenschaftlich relevante und zitierfähige Quellen…?

Der Schneeballeffekt

Ein alter Zettelkatalog

Da lässt sich zunächst der „Schneeballeffekt“ nutzen. Das heißt, Sie haben bereits eine Publikation zum Thema gefunden und schauen hier in die Liste der verwendeten Literatur. Darin erhalten Sie dann wiederum neue Hinweise usw. usf.

Vor den Zeiten des Internets war dies wohl die wichtigste Methode, an weitere themenrelevante Quellen zu kommen. Daneben gab es dann noch den Zettelkatalog in der Bibliothek, auf dessen einzelnen Kärtchen jeweils die bibliographischen Angaben zu den Büchern standen. Oder aber die schweren Sachkataloge aus noch älteren Zeiten, auf deren großen Seiten mit säuberlicher Handschrift die zum jeweiligen Sachgebiet gehörenden Titel untereinander notiert waren. Darin konnte man lange herum blättern.

🔎 Suche im Katalog

Heutzutage können Sie direkt im Online-Katalog der UB recherchieren. Dazu geben Sie einen Begriff bzw. eine Begriffskombination in das Katalogsuchfeld ein. Hier sollten Sie sich allerdings bewusst sein, dass dies in der UB mit Stichworten und nur eingeschränkt mit Schlagworten funktioniert.

Katalogsuche

Ein Stichwort ist ein Begriff, der irgendwo in der Beschreibung der Publikation vorkommt. Das kann zum Beispiel auch der Verlagsort sein oder ein Wort, das irgendwo im elektronisch angehängten Inhaltsverzeichnis auftaucht. So erklären sich die sehr vielen und zum Teil auch irrelevanten  Rechercheergebnisse.

Ein Schlagwort ist eine zusätzliche inhaltliche Beschreibung der Publikation. Die Bibliothek vergibt für die Bücher selbst keine Schlagworte. Dort, wo sie von außerhalb eingespielt werden können, sind sie allerdings im Katalog vermerkt.

Zudem wird eine ganze Reihe relevanter Ergebnisse nicht angezeigt, da die gedruckten Zeitschriften und Sammelbände zwar im Katalog aufgeführt sind, nicht jedoch die jeweils darin enthaltenen Artikel. Nur die elektronisch vorliegenden Artikel sind einzeln ausgewiesen.

💡 Tipp 1: Eine gute Methode, ihre Ergebnisliste zu verbessern, besteht darin, sich verschiedene passende Suchbegriffe zu überlegen bzw. diese zu kombinieren. Damit können Sie Ihre Suche sinnvoll erweitern oder einschränken. Nutzen Sie dafür auch die Felder der “erweiterten Katalogsuche“ bzw. der Facetten auf der rechten Seite.

💡 Tipp 2: Bei der Titelanzeige im Katalog gibt es die Rubrik „Themen“.  Hier steht bei Printmedien die RVK-Notation, die sachliche Zuordnung in unserer Bibliothek, wo Sie „ähnliche Treffer finden“. An der gleichen Stelle finden sich auch – wenn vorhanden – die für den Titel vergebenen Schlagwörter.

Und googlen?

Wie ist das nun, wenn wir einfach im Netz googlen? Hier ist zu bedenken, dass man zunächst – und u. U. sehr aufwendig – die Qualität eines jeden relevant erscheinenden Suchergebnisses beurteilen muss, d. h. man sollte sich fragen:

  • Wer stellt welche Inhalte zu welchem Zweck im Netz zur Verfügung?
  • In welcher Reihenfolge werden die Ergebnisse angezeigt?
  • Ist das eine aktuelle Information?
  • Wie steht es mit den Nutzungsrechten?
  • Handelt es sich überhaupt um eine wissenschaftliche, zitierbare Publikation?
Google Scholar
Wikipedia

Weitaus hilfreicher ist es da, z. B. mit Google Scholar oder Google Books zu arbeiten. Google Scholar ist eine Suchmaschine, die im Netz wissenschaftliche Publikationen findet. Mit Google Books recherchiert man nach elektronischen Büchern. Und Wikipedia? Die Artikel selbst sind nicht zitierbar, aber – wie beim oben beschriebenen Schneeballeffekt – liefern sie oft durchaus nützliche Quellennachweise.

👉 Fachspezifische Datenbanken

Dann gibt es noch die fachspezifischen Datenbanken. Sie finden diese im Datenbankinformationssystem DBIS (auf der UB-Website unter dem Button „Recherche“), das von den wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands gepflegt wird. Darin werden einige tausend Datenbanken aus allen Fachbereichen zusammengeführt. Neben bibliographischen und Volltextdatenbanken finden sich Portale, Fakten- oder Bilddatenbanken, Nachschlagewerke und Bestandsverzeichnisse. In den Aufsatzdatenbanken bzw. Fachbibliografien werden Artikel aus Zeitschriften, Sammelschriften, Serien, Kongressberichten, Festschriften oder Nachschlagewerken nachgewiesen, oft sogar mit frei zugänglichen Volltexten zu hunderttausenden.

In DBIS sind die Datenbanken nach den verschiedenen Fachbereichen aufgelistet. Außerdem kann nach einzelnen Angeboten oder Themen gesucht werden. Gleich am Anfang eines jeden Fachgebiets stehen die wichtigsten TOP Datenbanken. Zu jeder Datenbank gibt es ein Informationsblatt u. a. zur Verfügbarkeit, zu Art und Inhalten sowie den abgedeckten Fachgebieten. Dann geht es über den Button „Recherche starten“ weiter. Die einzelnen Anbieter haben ganz unterschiedliche Suchoberflächen, aber mit etwas Geduld und Übung werden Sie schnell sehr nützliche Rechercheresultate bekommen. Die angezeigten Ergebnisse führen oft direkt zum Volltext, oder es wird ihnen über einen Button anzeigt, ob und in welcher Form Zugang zur gewünschten Publikation in elektronischer oder gedruckter Form besteht.

Schauen Sie am besten gleich mal selbst bei DBIS rein, informieren Sie sich über die für Ihr Fach angebotenen Möglichkeiten und starten Sie Ihre ganz persönliche Recherche – auch von zu Hause aus! Für den uneingeschränkten Zugriff auf die lizensierten Angebote im Campus-Netz sollten Sie sich dazu den VPN Client installieren. Viel Erfolg!

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