Klaas Klever ist gefasst

Reaktionen auf unsere Warnung vor betrügerischen KI-generierten Büchern‎ beim Verlag „tredition“

Vor vier Wochen berichteten wir an dieser Stelle über verdächtige Bücher, die in mehreren Bibliotheken aufgetaucht waren. Sie sahen auf den ersten Blick wie normale musikwissenschaftliche und historische Fachbücher aus. Beim genaueren Lesen entpuppten sie sich als KI-generierter Textmüll. Die Autorennamen waren erfunden, die Texte enthielten gravierende inhaltliche Fehler und verwiesen auf nicht existierende Quellen. Wir stellten fest, dass ein Betrüger massenhaft pseudowissenschaftliche Fake-Bücher auf den deutschsprachigen Markt gebracht hatte, und nannten ihn Klaas Klever. Hier berichten wir, wie Klaas Klever überführt wurde, wie der Verlag „tredition“ reagiert hat und was Vertreter*innen der betroffenen Fächer dazu sagen.

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How to Sell Bullshit Online (Fast)

Warnung vor dem Betrug mit KI-generierten pseudowissenschaftlichen Büchern am Beispiel „tredition“‎

Auf den ersten Blick wirken sie spannend, die musikwissenschaftlichen Bücher des Verlags „tredition“ aus Ahrensburg bei Hamburg. Da gibt es beispielsweise eine Biografie von Johann Christoph Bach (1642–1703), über den die Forschung bislang wenig weiß. Oder ein Werk über den bisher kaum beachteten Leipziger Musiktheoretiker, Komponisten und Professor am Konservatorium Salomon Jadassohn (1831–1902). Wenn Nutzende einer Bibliothek sich grundsätzlich für Musik, die Bach-Familie und Leipzig interessieren, sollte die Bibliothek diese Bücher anschaffen – oder?

So dachten offenbar die Verantwortlichen in Bibliotheken in Leipzig, Dresden, Weimar und Hannover, die laut Karlsruher Virtuellem Katalog Exemplare dieser Bücher besitzen. Sie sind einem Betrug aufgesessen. Dieser Beitrag erklärt die Masche und zeigt, wie Bibliotheken und Forschung damit umgehen. Betroffen sind jedoch nicht nur Profis in Bibliotheken, sondern potenziell alle Lesenden, Studierenden und sogar seriöse wissenschaftliche Autor*innen. Erhöhte Wachsamkeit ist gefragt!

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KI: Ein Traum oder Alptraum für die Bibliothek?

Performante Hardware, effiziente Algorithmen, große Datenmengen: Drei Faktoren, die zur rasanten Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren beigetragen haben.

Das Prinzip der Künstlichen Intelligenz (KI) gleicht einem Traum, der durch große Sprachmodelle (Large Language Models, LLM) erfüllt wird: diese können alle Bücher lesen, und sie tun dies in der Art eines seltsamen Spiels. Sie lesen den Anfang eines Satzes, verdecken das Ende und versuchen das nächste Wort zu raten und sie wiederholen dies milliardenfach. Das Ergebnis ist ein Modell von Sprache, welches dieses Spiel weiter führen möchte, auch mit der Beteiligung anderer, die eine Anfrage – ein Prompt – formulieren.

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