Bingo!

Foto aus dem Gästebuch der Ausstellung "Insektenwissen" an der Bibliotheca Albertina. Foto: Sandra Kriebel

Das erste Kinderprogramm für unsere Ausstellungen war ein voller Erfolg

Kann eine wissenschaftliche Ausstellung Kinder begeistern? Wie vermittelt man die komplexen Inhalte an ein Publikum, das vielleicht noch gar nicht zur Schule geht? Dem wollten wir im Rahmen der Ausstellung Insektenwissen. Historische Bücher und Präparate zur Insektenkunde unbedingt einmal nachgehen. Das Thema bot sich für die Bildungs- und Vermittlungsarbeit geradezu an. Schließlich wurden neben aufwändig illustrierten entomologischen Büchern aus dem Sonderbestand der Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) (darunter die Prachtwerke von Maria Sybilla Merian, Johann Jacob Scheuchzer oder Joris Hoefnagel) auch einige der schönsten Insektenpräparate und -modelle der Zoologischen Lehr- und Schausammlung präsentiert. Die Ausstellung verfolgte schlaglichtartig die Geschichte der Entomologie und die Entstehung ihrer wertvollen historischen Publikationen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.

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Insektenwissen oder: Die Entstehung eines Termitenhügels in der Bibliotheca Albertina

Einzelne Termite aus Watte auf dem künstlichen Termitenhügel

Im Mai dieses Jahres eröffnete die Ausstellung „Insektenwissen. Historische Bücher und Präparate zur Insektenkunde“, die beeindruckende Abbildungen und Präparate von Insekten präsentiert. Um die Aufmerksamkeit von Studierenden und Besucher*innen der Bibliotheca Albertina zu wecken und sie in den etwas versteckten Ausstellungsraum zu führen, sollte ein lebensgroßer Termitenhügel im Foyer entstehen. Nach einer großen Sammelaktion der gesamten Belegschaft der Universitätsbibliothek Leipzig und wochenlanger Arbeit ist es geschafft: Der leuchtend orangene Berg mitten im Foyer ist nicht zu übersehen. Der Prozess dieser Entstehung sowie die Bedeutung des Hügels sollen in diesem Blogbeitrag dargestellt werden. 

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Jean Weidt – Masken des Widerstands

Unter dem Titel „Ich habe mich nie hinter einer Maske versteckt“ (Regie: Rainer Pavel) erschien 1984 ein Dokumentarfilm über das Leben des Tänzers und Choreografen Jean Weidt. Darin beschreibt der damals 80-jährige sein v. a. von der Diktatur des Nationalsozialismus geprägtes und bewegtes Leben zwischen Widerstand und Selbstverwirklichung. Das titelgebende Zitat Weidts rekurriert zugleich auf eines seiner prägenden choreografischen und gestalterischen Mittel: die Verwendung von expressionistisch überhöhten Gesichtsmasken, die den Tänzer*innen und ihren Bewegungen einen spezifischen Ausdruck verleihen und ein groteskes Körperbild erzeugen. In seinen Choreografien spielte er bewusst mit Physis und Leid des ausgemergelten Körpers. Verbunden damit waren immer auch die Suche nach einem menschenwürdigen Leben sowie eine politische Aussage, was ihm bereits sehr früh in seiner Karriere den Beinamen „der rote Tänzer“ einbrachte.  

Blickt man jedoch auf Weidts Biografie und sein Schaffen in der DDR, so stellen sich aus heutiger Perspektive einige Fragen. Inwieweit konnte er sich als überzeugter Kommunist und Künstler innerhalb des sozialistischen Systems verwirklichen? Hatte er auch hier mit Widerständen zu kämpfen? Wie bewegte er sich persönlich und künstlerisch zwischen Offenheit und (notwendiger) Maskierung? Wird Weidts Aussage „Ich habe mich nie hinter einer Maske versteckt“ in diesem Kontext zu einer verkehrten Selbstbehauptung? Diese Überlegungen standen im Zentrum der Vorbereitung der Ausstellung EinBlick #9: Jean Weidt / Masken des Widerstands und sollen in diesem Blogpost noch einmal vertieft werden.

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Dichterikone. GOETHE sammeln, erforschen, verehren, vermitteln

Ausstellungshinweis

Ausstellung aus Anlass des 100. Gründungsjubiläums der Leipziger Goethe-Gesellschaft (7. November 2025 bis 1. Februar 2026)

Schon wieder Goethe? Ja und nein. In Leipzig, dem Ort, wo der junge Jurastudent aus Frankfurt drei prägende Jahre seines Lebens zugebracht hat, fanden des Öfteren Ausstellungen statt, die ihn in den Mittelpunkt stellten: die erste 1849 zum 100. Geburtstag, die beiden letzten 1999 zum 250. Geburtstag Goethes. Diesmal aber ist der Fokus ein anderer, es geht nicht eigentlich um den „Dichterfürsten“, sondern um kulturelle Praktiken und die Bedeutungen, die Literatur und Autoren (seltener Autorinnen) in bestimmten historischen Kontexten zugeschrieben werden. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Leipziger Goethe-Gesellschaft. Hinzu kommt ein weiteres Jubiläum: Vor 200 Jahren wurde in Leipzig der Börsenverein des deutschen Buchhandels gegründet. Die Stadt veranstaltet deshalb 2025 das Themenjahr „Mehr als eine Geschichte. Buchstadt Leipzig“, und die UB Leipzig leistet mit der Sonderausstellung Dichterikone in der Bibliotheca Albertina ihren Beitrag zum Programm dieses Themenjahres.

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Leihweise sichtbar

Unsere Leihgaben an Museen und Archive für ihre Ausstellungen

Ein Beitrag von Fanny Bartholdt, Susanne Dietel, Dr. Matthias Eifler, Jörg Graf und Lisa Perchermeier.

Das Telefon klingelt, Frau Dietel nimmt den Hörer ab:

„Universitätsbibliothek Leipzig, guten Tag.“

„Guten Tag, ich bin die wissenschaftliche Mitarbeiterin eines europäischen Museums und habe in Ihrer Datenbank gesehen, dass Sie eine Handschrift besitzen, die gut zu unserem Ausstellungsthema passen würde. Könnten wir diese Handschrift für drei Monate in unserer geplanten Ausstellung präsentieren?“

Kurzes Durchatmen.

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Wundt und Kollegen – eine Fotosession anno 1915

Klemm sucht Halt an der Staffelei. Die Bildschärfe liegt vorn auf den Tischen, die Personen sind unscharf.

In Vorbereitung der Ausstellung „Sinnliche und übersinnliche Welt.“ Wilhelm Wundt und die Psychologie in Leipzig (4. Juli–19. Oktober 2025) fiel unser Augenmerk auch auf eine Kiste mit Fotomaterialien. Beschriftet war sie mit „14 Fotoplatten / Wundt- Bildarchiv / Wundt-Versuche (11x) [39]; Wundt-Porträts (3x) 16)“ und enthielt einen entwickelten Kleinbildfilm mit Privataufnahmen der Familie Wundt und verschieden große Glasplatten mit Aufnahmen aus dem universitären Umfeld Wundts.

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Lange Nacht der Wissenschaften Leipzig 2025

Die Lange Nacht der Wissenschaften 2025 stand in der Bibliotheca Albertina ganz im Zeichen des Buches – in all seinen Facetten, Ausdrucksformen und Bedeutungen. Das wundervolle Medium Buch wurde an diesem Abend nämlich nicht nur gelesen und und den Lesebereichen fleißig studiert, sondern auch bemalt, ausgestellt, präsentiert, diskutiert und digitalisiert. Wir denken nostalgisch an die schönen Veranstaltungen zurück und geben Eindrücke von diesem schönen Abend.

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Verstrickt?

Siegel der deutschen Botschaft in Kairo

Die Fäden der Papyruserwerbungen zurückverfolgen

Das Thema der kolonialen Kontexte ist in Bibliotheken angekommen.1

So beginnt der Bericht eines zweitägigen Workshops, der im November 2023 an der Staatsbibliothek zu Berlin veranstaltet wurde. Einer der zahlreichen Vorträge thematisierte einen problematischen Erwerbungskontext in der Papyrussammlung der SUB Hamburg. Für die Papyrussammlung der Universitätsbibliothek Leipzig können wir die Provenienz eines Teils der Papyri zurückverfolgen, während wir zum Herkommen des größeren Teils der Papyri nichts wissen. Unabhängig davon stellte ich mir als Kustodin unserer Sammlung die Frage: Haben wir hier in Leipzig bisher die Provenienz der Papyrussammlung schon kritisch beleuchtet? Das bildete den Auslöser dafür, im Jahr 2025 den EinBlick #6 „Unsere Papyri – wirklich unsere?“ zu gestalten und die vier Abende in der Vortragsreihe der Papyrussammung an Themen zu Provenienz und kolonialen Kontexten auszurichten.

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tief unten – hoch oben. Bücher, Mineralien, Erdsysteme

180 Millionen Jahre in der Bibliotheca Albertina

Am 24. Oktober 2024 wurde die neue Ausstellung „tief unten – hoch oben. Bücher, Mineralien, Erdsysteme“ in der Bibliotheca Albertina eröffnet. Besucher*innen erwartet eine faszinierende Sammlung, die von frühneuzeitlichen Holzschnitten und barocken Kupferstichen über versteinerte Urtiere, schillernde Mineralien und geologische Karten bis hin zu modernsten Erdbeobachtungsdaten reicht. Die Ausstellung beleuchtet dabei eindrucksvoll die lange und reiche Tradition der sächsischen Geowissenschaften und spannt den Bogen von deren Anfängen bis zu den aktuellen Herausforderungen der Erd- und Klimaforschung. In Zusammenarbeit mit der Geologisch-Paläontologischen Sammlung und dem Institut für Erdsystemwissenschaft und Fernerkundung der Universität Leipzig entstand diese besondere Schau. Wir blicken in diese faszinierende Ausstellung und ihre erfolgreiche Eröffnung:

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