Die Literarische Apotheke

Auf andere Gedanken kommen in der Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften

Die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) möchte die Studierenden der Universität Leipzig bestmöglich bei ihrem Studium unterstützen. Dafür werden u. a. umfangreiche Literatur (digital und gedruckt) für Lehre und Forschung zur Verfügung gestellt und Veranstaltungen angeboten, die beim wissenschaftlichen Umgang mit den Werken helfen sollen. Lesen einfach nur zur Entspannung oder das Durchblättern von schönen Büchern war bis vor Kurzem kein Ziel der Literaturversorgung. Das hat sich mit der Einrichtung der Literarischen Apotheke in der Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften (BMN) geändert.

Entstehung des Bereiches

Die Zusammenstellung der Titel ist ein Projekt für alle Mitarbeitenden in der BMN und wird durch das Projekt enhance unterstützt. Vorschläge werden seit 2025 gesammelt, die ersten Exemplare wurden Ende des vergangenen Jahres bestellt und mit der neuen Signatur RZ 99000 versehen. Diese Signatur ist zum einen in der Aufstellsystematik bisher nicht belegt und sorgt zum anderen dafür, dass die Bücher direkt sichtbar sind, wenn man die Freihandbereiche im 1. Obergeschoss besucht. Das Regal steht neben einem Loungebereich, perfekt um gleich mit dem Durchblättern anzufangen. Alle Bücher sind ausleihbar, falls das Blättern länger dauern sollte. Erwerbungswünsche von Bibliotheksnutzenden sollen zukünftig direkt vor Ort eingesammelt werden.

Die Literarische Apotheke beheimatet vielfältige Themen, Perspektiven und ist erfreulich farbenfroh. Foto: Claudia Jirausch

Nach dem Vorbild der Universitätsbibliothek Augsburg ist in der BMN ein Bestand (von den Mitarbeiter*innen) zusammengestellt worden, der zum Stöbern, in Erinnerungen schwelgen und zur entspannten Verbesserung der eigenen Gewohnheiten einlädt. In Augsburg wurde ein vergleichbarer Bestand Literarische Apotheke genannt und diesen Vorschlag haben wir gern übernommen. Die Bücher unserer Literarischen Apotheke sollen helfen, im Stress des Studiums kleine Entspannungsmomente zu schaffen und auch inhaltlich zur Verbesserung der psychischen Gesundheit der Studierenden beizutragen. Denn Letztere ist auch bei Studierenden in Leipzig besorgniserregend, wie die Forschungsarbeiten der Medizinischen Fakultät zeigen. Die Untersuchungen werden vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus gefördert, wie auch das Projekt enhance – ein erstes Ergebnis dieser Förderung. Das Forschungsrojekt thematisiert mentale Gesundheit von Studierenden und bietet online Angebote zur Bewältigung von psychischen Belastungen im Studienalltag.

Erste Erfahrungen und Weiterentwicklung

Mit den ausgelegte Sudokus gibt es eine spielerische Ablenkung. Foto: Claudia Jirausch

Bereits kurz nach der Aufstellung in den Regalen wurden die ersten Exemplare ausgeliehen. Seitdem sind kontinuierlich ca. 30 Prozent des Bestandes bei unseren Nutzenden. Neue Titel werden, für die UBL untypisch, mit dem Cover nach vorn aufgestellt. So sind die Bücher schon von weitem sichtbar und inspirieren hoffentlich, sich den Bereich auch aus der Nähe anzusehen. Bisher am häufigsten ausgeliehen wurden z. B. „Doctor Who: Time Lord fairy tales“, „Die 1%-Methode“, „Marianengraben“, „Wie geht es Ihnen jetzt?“ und die Graphic Novel „Stolz und Vorurteil“. Mittlerweile werden die Bücher durch kostenlose Campus-Ratgeber „Mental Health“ vom Verlag Die Zeit ergänzt. Diese wurden vom Projekt enhance empfohlen und schon häufig von unseren Nutzenden mitgenommen. Die Ratgeber richten sich an Studierende und möchten zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beitragen. Dafür versammeln sie u. a. Inhalte dazu, Gefühle zu erkennen sowie einen Therapie-Guide, in dem verschiedene Therapieformen erklärt werden. Außerdem legen wir in unserer Literarischen Apotheke Sudokus aus, um spielerisch die Gedanken in andere Richtungen zu bringen. Innerhalb eines Monats wurden in der BMN ca. 110 Sudokus zur kurzweiligen Ablenkung mitgenommen.

Der Bestand wird auch in den kommenden Jahren mit neuen Titeln ausgestattet und weiterentwickelt. Dabei sind Erwerbungsvorschläge genauso willkommen wie Vorschläge für kleine Pausenaktivitäten wie Kreuzworträtsel oder Stretching-Inspiration.

Die 13½ Standorte der UB Leipzig

oder: ein Jahr Bibliotheksvolontariat

Zu den Dingen, die mir meine Vorgängerin im Volontariat, Jeannine Kunert, besonders nachdrücklich eingeschärft hat, gehörte folgende einfache Formel: Albertina ≠ UBL.

Natürlich ist die Bibliotheca Albertina mit ihrer prachtvollen Fassade und ihrer wechselhaften Geschichte ein Stück weit das ‚Gesicht‘ der Universitätsbibliothek, aber sie ist eben nur ein Teil eines größeren Ganzen.

Im Laufe des ersten Jahres meines Volontariats hatte ich die Gelegenheit, auch die anderen Teile der Bibliothek kennenzulernen – wenn auch bei weitem nicht so intensiv und ausführlich wie die Albertina. Da ich erst im Herbst 2022 nach Leipzig gezogen bin, war die Reise durch die verschiedenen Standorte zugleich eine Erkundungstour durch eine mir immer noch vielerorts unbekannte Stadt. Mit anderen Worten: ein Abenteuer.

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Alles neu macht der Herbst

Neu ausgestatteter Bereich in der Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften

Die Bibliothek ist ein Ort des Wissens und der Forschung, ein Raum, in dem Studierende, Forschende und Lehrende sich inspirieren lassen und in die Welt des Lernens und Forschens eintauchen können. Um den Bedürfnissen unserer Nutzer*innen gerecht zu werden, haben wir im Erdgeschoss der Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften einen neuen Arbeitsbereich geschaffen.

Anfang 2023 starteten die Umbaumaßnahmen, die wir in einem eigenen Blogbeitrag dokumentiert haben. In dieser Zeit haben wir die Nutzer*innen vor Ort gefragt, welche Arbeitsplätze sie sich in der Bibliothek noch wünschen. Die Anregungen und Vorschläge aus dieser Umfrage waren für uns eine hilfreiche Planungsgrundlage. Nach monatelangen Vorbereitungen ist es nun endlich geschafft: Die Lehrbücher, die zuvor in diesem Bereich standen, sind in die Freihandbereiche umgezogen, die Stromleitungen sind gelegt und der Fußboden ist erneuert. Die neuen Möbel stehen und werden bereits lebhaft genutzt.

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen diesen neuen Arbeitsbereich einerseits vorstellen und Sie andererseits dazu einladen, uns bei der Namensfindung für diesen neuen Bereich zu unterstützen.

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Mehr Platz und Arbeitsmöglichkeiten

Neues in der Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften

Die Bibliothek Medizin/Naturwissenschaften (BMN) in der Liebigstraße ist einer der größten Standorte der Universitätsbibliothek Leipzig. In den fast fünf Jahren seit ihrer Eröffnung im Oktober 2018 in zentraler Lage auf dem Medizincampus haben sich die Anforderungen der Studierenden und Forschenden ständig weiterentwickelt.

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Lehrbuch digital: der Semesterstart für Medizinstudierende

Normalerweise erfährt die Lehrbuchsammlung (LBS) am Standort Medizin/Naturwissenschaften mit ihren 15.300 Exemplaren zum Semesterbeginn eine große Plünderung. In der LBS stehen die Lehrbücher für die Medizin und Biologie, von denen die Bibliothek jeweils mehrere Exemplare hat, um möglichst vielen Studierenden einen Zugang zu ermöglichen. Innerhalb der ersten Semesterwochen werden die Regale leergeräumt wie derzeit nur die Supermarktregale mit Mehl, Nudeln und Toilettenpapier.  

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Zwei große Bauprojekte

Am 20. August 2015 schließt die Bibliothek Erziehungswissenschaften ihre Pforten. Die Bestände werden interimistisch in der Bibliotheca Albertina den Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung gestellt. Damit wird die nächste Etappe der Standortkonsolidierung an der UB eingeläutet. Was ist in den kommenden Jahren geplant?

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Wir freuen uns sehr, dass bis 2018/2019 zwei große Bauprojekte fertiggestellt werden. Da ist zum einen der Umbau und die Sanierung des Speisenversorgungszentrums in der Liebigstraße 23/25. Dort entstehen eine Bibliothek für die Medizin und die Naturwissenschaften, die Lernklinik der Medizinischen Fakultät und eine neue Mensa.

Der Zusammenschluss der medizinischen und naturwissenschaftlichen Bibliotheken in eine große, ist ein Plan, den wir gemeinsam mit den betroffenen Fakultäten seit Jahren verfolgen. Ziel ist es, den bibliothekarischen Service für diese Fächer deutlich zu erhöhen. Das sind lange Öffnungszeiten, die bisher in den kleinen Bibliotheken nicht machbar waren, weshalb die Studierenden gezwungen waren, in der Albertina oder der Campus-Bibliothek zu arbeiten. Dazu gehören aber natürlich auch 285 Arbeitsplätze verschiedenster Ausstattung (Einzelarbeitsplätze, Gruppenarbeitsräume, ein Eltern-Kind-Raum, Schulungsraum, Sofas und Sessel). Ein weiterer großer Vorteil wird sein, dass die Bücher der verwandten Fächer unter einem Dach zu finden sind. Für die Medizinerinnen und Mediziner ist besonders interessant, dass Lernklinik und Bibliothek in einem Gebäude sein werden. Die Fertigstellung ist hier für 2018/2019 geplant.

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Die Planungen für das Bildungswissenschaftliche Zentrum in der Jahnallee sind jünger und hängen mit dem deutlichen Aufwuchs der Erziehungswissenschaften und deren Einzug in den Campus Jahnallee zusammen. Dort entsteht ein Neubau mit Hörsälen, einem Forschungskindergarten, Büros für die Erziehungswissenschaften und einer gemeinsamen Bibliothek Erziehung/Sport. Beide Standorte entsprachen mit ihrem umfangreichen Magazinbestand und veralteten Leseplätzen nicht mehr den heutigen Standards. Auch hier wollen wir bestmöglichen modernen Bibliotheksstandard bieten. So werden alle Bestände frei zugänglich nutzbar sein. Mit 230 Arbeitsplätzen werden deutlich bessere Arbeitsbedingungen für die Fächer geschaffen. Die Gruppenarbeitsräume werden auch außerhalb der regulären Bibliotheksöffnungszeiten nutzbar sein.